
Duft vor Schluck
Verkosten
Wie schmeckt Bier aus der Lombardei? Wer ein Tipopils vor sich hat, riecht zuerst, und das ist der halbe Genuss. Im Glas liegt eine blanke, goldene Farbe, darüber ein weißer Schaum. Die Nase findet Blüten und Kräuter, der Mund ein trockenes, schlankes Pils.
Als Beispiele taugen drei Häuser. Das Birrificio Italiano steht mit dem Tipopils für den Italian Pils. Das Birrificio Lambrate steht mit Montestella und Porpora für die ersten beiden Biere von 1996. Das Birrificio Milano, 2014 gegründet, zeigt die jüngere Mailänder Szene.
Ein Pils gehört in ein hohes, schlankes Glas oder in eine Tulpe, die das Aroma bündelt. Kalt serviert, bei etwa sechs bis acht Grad, entfaltet es seinen Duft am besten. Zu kalt, und die Aromen verschließen sich, zu warm, und die Bittere wird breit.
Im Brewpub zapft man das Bier meist frisch aus dem Tank. Wer es gießt, neigt das Glas und lässt den Schaum zuletzt steigen. Ein fester Kamm von etwa zwei Fingern Höhe schützt das Bier vor der Luft und hält den Duft fest.
Beim Verkosten hilft eine feste Reihenfolge. Zuerst schaut man auf Farbe und Schaum, dann riecht man, dann trinkt man einen kleinen Schluck und lässt ihn kurz im Mund. Wer so vorgeht, merkt schnell, ob ein Bier nach Blüten, Brot oder Zitrus schmeckt und wie lange die Bittere bleibt und ob das Bier trocken oder rund endet.