
Zugekauft, zurückhaltend
Hopfen
Piemont ist kein Hopfenland. Es gibt keine Hopfengärten, die man mit der Hallertau oder Saaz vergleichen könnte, das Klima und die Landwirtschaft sind auf Wein, Haselnüsse und Reis ausgerichtet. Die Brauer von Biella bis Piozzo kaufen ihren Hopfen zu, überwiegend von außerhalb Italiens, und wählen ihn nach Aroma und Bittere aus. Das gilt für die große Brauerei ebenso wie für den kleinen Betrieb, der nur wenige hundert Liter ansetzt, und es erklärt, warum die Region keine eigene Hopfensorte kennt.
Hopfen erfüllt zwei Aufgaben. Die Bitterstoffe, die sogenannten Alphasäuren, gleichen die Süße des Malzes aus; das misst man in IBU, einer Zahl für die Bittere. Die ätherischen Öle liefern dagegen Duft, von Blüte bis Zitrus. Wann der Hopfen in den Sud kommt, entscheidet, welche der beiden Seiten stärker auffällt: Früh gekocht gibt er Bittere, spät zugegeben oder kalt hinzugefügt bringt er Duft. Im Piemont, wo der Wein das Maß vorgibt, bleibt beides meist zurückhaltend.
Bei einem Lager wie dem von Menabrea soll der Hopfen eher stützen als auftrumpfen. Das passt zu einem Bier, das vor allem frisch und sauber trinkbar sein will. Genaue Sorten oder IBU-Werte nennt die Brauerei auf ihrer Seite nicht, deshalb stehen sie hier nicht.
Wer Traubenmost ins Bier gibt, hält den Hopfen oft zurück, damit das Traubenaroma nicht zugedeckt wird. Ein zu bitterer Sud würde mit den Gerbstoffen aus den Traubenschalen kollidieren. So erklärt sich, warum viele Italian Grape Ales eher weinig als hopfig wirken.