
Marlinger Bergwasser
Wasser & Boden
Woher kommt das Wasser für Forst? Aus den Quellen am Marlinger Berg oberhalb von Meran. Dort wird es gefasst, fließt durch Eisenrohre talwärts und sammelt sich in einem großen Becken oberhalb der Brauerei. Das Gefälle erledigt den Rest, Pumpen für den ersten Schritt braucht es kaum.
Auf Wasser kommt es an, weil ein Bier zu rund neun Zehnteln daraus besteht. Mineralstoffe im Wasser verändern, wie die Bittere des Hopfens wirkt: Sehr weiches Wasser lässt sie klar und fein wirken, hartes Wasser macht sie rauer. Wer Bergquellwasser verwendet, bekommt meist ein mineralarmes Wasser, das ein helles Lagerbier sauber und leicht trinkbar hält.
Meran liegt in einem Talkessel, den hohe Berge umgeben. Im Winter bleibt es dort milder als in den Tälern ringsum, im Sommer wird es warm. Gerade für Bier, das kühl und lange lagern soll, ist das ein Nachteil, denn die Wärme muss draußen bleiben.
Früher half der Fels. Die Lagerkeller der Forst-Brauerei bestanden aus acht Abteilungen, drei davon lagen im Gestein. Auf 830 Quadratmetern fanden einst 9.000 Hektoliter Bier Platz, ruhig und kühl bei gleichbleibender Temperatur. Auch heute erinnert das „Forst Felsenkeller“ im Namen an diese Kühle im Berg.
Passer, Etsch und Eisack durchziehen das Land und sorgen für das Wasser, das auf den Feldern und in den Obst- und Weingärten ankommt. Fürs Brauen nutzen die Betriebe meist Quell- oder Leitungswasser, nicht das Wasser eines Flusses. Das ist der eigentliche Reichtum dieses Bodens: Er liefert kaltes, sauberes Wasser aus der Höhe.