
Eiskalt im Jokki
Verkosten
Ein Sapporo Lager riecht nach frischem Brot und etwas Gras, schmeckt knapp und trocken und hat einen weißen, feinporigen Schaum. Es ist leicht zu trinken, deshalb kommt es auf die Frische an: Wer es im Sapporo Beer Museum probiert, bekommt eine rekonstruierte Rezeptur von 1877 neben dem heutigen Bier.
Das Sapporo Beer Museum steht in Sapporo in einem roten Backsteinbau aus der Meiji-Zeit und ist seit 1987 geöffnet. Daneben liegt der Sapporo Beer Garden mit Brauhaus-Restaurants. Das Museum zeigt die Geschichte der Kaitakushi-Brauerei mit Maschinen und Plakaten.
Es gibt Biere, die nur auf der Insel erhältlich sind, etwa das Sapporo Classic. Daneben lohnen kleine Brauereien: Hakodate Beer, Otaru Beer oder Abashiri Beer zeigen, wie vielfältig Hokkaido heute braut. Das sind Beispiele für den Geschmack, keine Empfehlung.
Serviert wird sehr kalt. Üblich ist der Jokki, ein dickwandiger Humpen mit Henkel, der die Kälte hält. In Bars findet man auch schmale Pilsnergläser. Das Fassbier heißt Nama Biru, wörtlich „rohes Bier“. Gemeint ist ein Bier, das nicht pasteurisiert (kurz erhitzt) wurde.
Beim Einschenken zählt die Schaumkrone. Ein Finger breit gilt als ideal, sie schützt das Bier vor Sauerstoff und hält die Kohlensäure im Glas. Man schenkt schräg ein und richtet das Glas dann auf. Zur Verkostung riecht man erst, nimmt einen kleinen Schluck und achtet auf den Abgang. Ein gutes Lager hinterlässt kaum Nachgeschmack und lädt zum nächsten Schluck ein.