
Lager, Stout, Experiment
Bierstile
Was ist ein japanisches Lager? Der Wettbewerbsleitfaden BJCP führt es unter dem internationalen hellen Lager. Es ist goldgelb, knackig und trocken, mit wenig Hopfen und manchmal einem Anteil Reis oder Mais. Aus dieser Familie stammen die Biere, die man in japanischen Lokalen als Erstes bestellt. Auch die großen Marken aus Osaka und Tokyo gehören dazu, und ihr Geschmack ist bewusst unauffällig, damit er zum Essen passt.
Die Craft-Brauer der Region gehen weiter. Minoh Beer führt laut eigener Darstellung unter anderem ein Pilsner, einen Stout und das Pfirsichbier Momo, wobei Momo das japanische Wort für Pfirsich ist. Kyoto Brewing reicht von Belgian-Style-Ales über IPA bis zu starken dunklen Bieren.
Stout bedeutete ursprünglich nur „stark“. Heute steht der Name für ein schwarzes, obergäriges Bier mit Röstaromen, das dem Porter nahesteht. Der Unterschied: Stout ist meist trockener und kräftiger geröstet. Beim Sake dagegen kennt man keine Stile, sondern Gütestufen nach dem Poliergrad des Reises, also danach, wie viel von der Außenschicht des Korns abgeschliffen wurde.
Alle diese Bierfamilien sind in Kansai nach Maßstäben des Weinbaus jung. Bier ist hier ein Importgetränk, das erst seit gut hundertfünfzig Jahren gebraut wird, und die Craft-Szene besteht erst seit knapp dreißig Jahren. Es gibt keine Konvention und kein Gütesiegel, das einen Stil an einen Ort bindet. Das erlaubt Freiheit, verlangt aber vom Trinkenden, auf Etiketten und Beschreibungen zu achten.
Internationales helles Lageruntergärig
- Stammwürze
- 10,5–12,4 °P
- Alkohol
- 4,5–6 % vol
- Bittere
- 18–25 IBU
- Farbe
- 4–12 EBC
Hellgolden, knackig und trocken, wenig Hopfen, sauberer Abgang.