
Izakaya und Yakitori
Essen & Bierkultur
Was ist eine Izakaya? Ein japanisches Wirtshaus, in dem man zum Trinken isst. Der Name setzt sich aus „i“, bleiben, und „sakaya“, Sake-Laden, zusammen: Es war ursprünglich ein Laden, in dem man blieb. Heute sitzt man dort nach der Arbeit mit Kollegen, bestellt viele kleine Teller und teilt sie.
Der Ablauf hat ein festes Ritual. Das erste Getränk heißt „toriaezu nama“, „erstmal ein Fassbier“. Alle bekommen es gleichzeitig, dann ruft einer „kanpai“, Prost, und es wird angestoßen. Eingeschenkt wird traditionell dem Nachbarn, nicht sich selbst. Dazu kommt ein kleines Gedeck, das „otōshi“, das auf der Rechnung steht.
Das Essen sucht den Gegensatz zum trockenen Bier. Yakitori, gegrillte Hähnchenspieße mit Salz oder Sojasoße, und Karaage, frittiertes Hähnchen, brauchen Kälte und Kohlensäure gegen das Fett. Edamame, gesalzene grüne Sojabohnen, sind der Standard-Einstieg. In Yokohama kommen Gyōza aus Chūkagai hinzu, dem größten Chinatown Japans, und Naporitan, die Ketchup-Spaghetti, die in der Hafenstadt erfunden worden sein sollen.
In Tokio gibt es auch Monjayaki, einen flüssigen Pfannkuchen aus dem Viertel Tsukishima, den man mit kleinen Metallspateln direkt vom Grill isst. Im Sommer öffnen auf den Dächern der Kaufhäuser Biergärten. Der Biersaal Ginza Lion von Sapporo sitzt in einem Gebäude von 1934.
Die Größen sind klar geregelt: Der mittlere Humpen heißt „chū“, der große „dai“. Wer kein Bier mag, bestellt Tee oder Sours. Niemand schaut schief.