
Eiskalt und schaumig
Verkosten
Wie schmeckt japanisches Bier? Hell, kalt und sauber. In der Nase ist wenig, es duftet leicht nach Getreide und frischem Brot. Am Gaumen kommt zuerst Kohlensäure, dann eine kurze, feine Süße, dann ein trockener Abgang ohne lange Bittere. Wer ein kräftiges bayerisches Helles gewohnt ist, findet es leichter.
Als Beispiele taugen drei Marken. Asahi Super Dry, nach Angaben des Herstellers 5,2 Prozent stark, steht für den trockenen Typ. Kirin Ichiban Shibori zeigt das weichere, malzigere Lager. Yebisu, das Bier aus dem gleichnamigen Viertel, liegt dazwischen. Dazu kommt ein Craft-Bier der Linie Spring Valley, wenn man sehen will, wie Hopfen und Hefe auch schmecken können.
Das Glas ist meist ein Henkelkrug, der „jokki“, in dem das Fassbier zur Mahlzeit kommt. Gläser in Tulpen- oder Pilsform sieht man in Bars und bei Flaschenbier. Die Wärme der Hand soll möglichst wenig an das Bier herankommen, deshalb steht es oft im Kühlschrank bei fast null Grad und kommt in einem gekühlten Glas an den Tisch.
Beim Zapfen hat der Schaum eine feste Rolle. Er soll dicht und cremig sein und das Bier vor der Luft schützen. Gute Zapfer gießen in mehreren Schritten ein, erst schnell für die Krone, dann langsam, bis der Schaum einen guten Teil des Glases einnimmt.
Große Kälte verbirgt Aroma. Wer das Bier etwas wärmer werden lässt, schmeckt mehr Malz und Getreide. Das gilt auch für die großen Marken: Nach zehn Minuten am Tisch schmeckt Yebisu deutlich anders als frisch gezapft.