
Lager und Happōshu
Bierstile
Was ist japanisches Lager? Es ist ein helles, untergäriges Bier mit wenig Malzsüße, sauberer Gärung und zurückhaltender Bittere. Der amerikanische Bierrichter-Leitfaden BJCP führt es nicht als eigenen Stil, sondern unter dem „International Pale Lager“. Asahi Super Dry, Kirin Ichiban Shibori und Yebisu gehören alle in dieses Feld, obwohl sie einander sehr verschieden vorkommen.
Der Unterschied zwischen ihnen liegt in Feinheiten. Asahi Super Dry mit 5,2 Prozent Alkohol ist das schlankste der drei, mit knackiger Kohlensäure. Kirin Ichiban Shibori, „erste Pressung“, wirbt damit, nur die erste Würze zu verwenden, also den Vorlauf ohne Nachguss. Yebisu gilt als das malzigere Gegenstück mit mehr Körper.
Von deutschem Pils trennt dieses Lager die Hopfenbittere. Ein deutsches Pils kommt auf 22 bis 40 IBU, ein japanisches Lager liegt meist am unteren Ende der Skala. Dafür schmeckt es kühler und glatter und passt zu salzigem und fettigem Essen.
Neben dem Lager steht in Tokios Regalen der Rest der Steuerklassen. Happōshu und die dritte Kategorie sind keine Bierstile, sondern Rechtsbegriffe. Sie hängen am Malzanteil und an den Zutaten, nicht am Geschmack. Im Glas sehen sie aus wie Lager.
Dazu kommt die Craft-Szene. Seit 1994 brauen kleine Brauereien in Kanagawa und Tokio Pale Ale, IPA, Weizenbier und dunkle Biere. Spring Valley Brewery von Kirin ist eine Craft-Linie, die an Copelands Brauerei erinnert. Die Biere entstanden also dort, wo vor über 150 Jahren alles begann.
Japanisches Lageruntergärig
- Stammwürze
- 10,5–12,4 °P
- Alkohol
- 4,5–6 % vol
- Bittere
- 18–25 IBU
- Farbe
- 4–12 EBC
Hell, klar, schlank, wenig Bittere, trockener Abgang. BJCP: International Pale Lager.