
Prärie-Gerste
Malz & Getreide
Gerstenmalz ist die Seele jedes Bieres, auch an der Westküste. Braugerste wächst in Kanada vor allem in den Prärieprovinzen Alberta und Saskatchewan, also auf der anderen Seite der Rocky Mountains. Von dort gelangt Malz zu den Brauereien von Vancouver Island bis ins Okanagan-Tal. Ein Teil der Brauer wirbt außerdem mit Zutaten aus der Region, Spinnakers etwa nennt lokale Früchte und Getreide.
Malz entsteht, indem Gerste im Wasser zum Keimen gebracht wird. Die Mälzerei stoppt das Wachstum, sobald die Körner Enzyme gebildet haben, und trocknet sie in der Darre, einem beheizten Trockenraum. Je höher und länger die Hitze, desto dunkler und süßer schmeckt das Malz. Helles Malz gibt kaum Farbe und Eigengeschmack ab und lässt dem Hopfen den Vortritt.
Genau das braucht ein West Coast IPA. Seine Basis ist helles Pale Malt, oft ergänzt um einen kleinen Anteil Karamellmalz, das eine zarte Süße und etwas Bernstein beisteuert. Nach dem BJCP-Leitfaden liegt die Farbe zwischen 12 und 28 EBC, vom Goldgelb bis zum klaren Kupfer. Die Stammwürze, also der aus dem Malz gelöste Zuckeranteil der Würze vor der Gärung, beträgt 13,8 bis 17,1 Grad Plato.
Das Malz soll für Trinkbarkeit sorgen, es darf nicht kleben. Brauer in British Columbia halten die Rezepte deshalb schlank und lassen den Körper eher trocken. Beim Hazy IPA, dem trüben Verwandten, kommen Hafer oder Weizen dazu, die das Bier weich und cremig machen.