
Import statt Anbau
Hopfen
Hopfen macht ein Bier bitter und gibt ihm Aroma, und beides kommt aus denselben Dolden, nur zu verschiedenen Zeiten im Sud. Wer früh hopft, holt Bittere heraus, wer spät hopft oder kalt nachhopft, bekommt Duft von Zitrus, Gras oder Blüten. Die Bittere misst man in IBU, einer Skala für die Bittereinheiten.
In Ontario wächst Hopfen nur in kleinem Umfang, und das Interesse an regionalem Anbau ist in den letzten Jahren gestiegen. Viele Brauer der Provinz kaufen ihren Hopfen aber aus den großen Anbaugebieten der Welt ein, aus dem Yakima Valley in den USA oder aus Europa.
Für ein Pilsner wie das Steam Whistle Pilsner sind klassische europäische Sorten das Vorbild. Der Saazer Hopfen aus Tschechien trägt seit 2007 die geschützte Ursprungsbezeichnung Žatecký chmel, er riecht würzig und leicht blumig. Er steht für die zarte, würzige Bittere, die man von einem Pils erwartet, und nicht für die harte Schärfe, die manche Sorten mitbringen.
Das Muskoka Cream Ale braucht wie sein Stil wenig Hopfen. Nach BJCP liegt ein Cream Ale bei 8 bis 20 IBU, es soll also eher mild als bitter wirken. Ein amerikanisches Lagerbier liegt im selben Bereich. Für Biere, bei denen Hopfen im Mittelpunkt steht, reicht diese Spanne nicht, dort beginnen die Werte erst oberhalb von 40 IBU. Auf dem Etikett eines Cream Ale sucht man Hopfenaroma deshalb vergeblich, und das ist so gewollt.