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Hopfen in der Region Nairobi & Ostafrika

Bittere von außen

Hopfen

Wächst Hopfen in Kenia? Als Anbaupflanze spielt er im Land keine Rolle. Hopfen ist eine Kletterpflanze der gemäßigten Breiten und braucht lange Sommertage, um Dolden anzusetzen. Am Äquator, wo Tag und Nacht das ganze Jahr ähnlich lang sind, gelingt das kaum, und die Bierländer der Welt liegen darum fast alle weiter nördlich oder südlich.

Brauer in Nairobi arbeiten deshalb mit Hopfen, der von weit her kommt. Wer sich für ein helles Lager entscheidet, nimmt meist Sorten oder Extrakte, die eine milde, saubere Bittere geben und wenig Aroma. Das passt zu einem Bier, das gekühlt im Freien getrunken wird und den Durst löschen soll.

Man unterscheidet bei Hopfen zwei Aufgaben. Wird er lange gekocht, liefert er Bittere und hält die Süße des Malzes in Grenzen. Kommt er erst spät in den Kessel oder später ins Fass, bleibt sein Duft erhalten, der nach Zitrus, Gras oder Kiefer riechen kann. Ein Lager wie Tusker setzt auf die erste Aufgabe, ein IPA der Kleinbrauer wie das von Bila Shaka auf die zweite.

Wer kleine Brauereien in Nairobi besucht, schmeckt den Unterschied. Der Duft frischer Hopfenöle wird bei Craft-Bier zum Verkaufsargument, und die Brauer müssen ihn über große Entfernungen und durch die Hitze bringen. Gekühlte Lagerung und kurze Wege sind für sie wichtiger als in Bayern oder Böhmen.

Traditionelle Hausbiere wie Busaa kommen ohne Hopfen aus. Ihre Haltbarkeit ist kurz, ihr Geschmack säuerlich und mehlig. Hier hält die Säure der Gärung das Getränk für ein paar Tage stabil, nicht die Bitterstoffe der Dolde.

Dazu im Lexikon

Malz und Hopfen erklärtIPA: Herkunft und Stil
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