
Bittere ohne Hopfengarten
Hopfen
Wächst Hopfen in Namibia? Hopfengärten mit ihren hohen Gerüsten gibt es im Land nicht, denn die Pflanze braucht kühle Winter und viel Wasser. Wer in Windhoek Bier braut, muss Hopfen deshalb einführen, wie die meisten Brauer südlich des Äquators.
Hopfen sind die Dolden einer Kletterpflanze. Sie enthalten Harze, die Bitterkeit liefern, und ätherische Öle, die nach Blüte, Gras oder Zitrus duften. Beides gelangt zu verschiedenen Zeiten in die Würze, also in die zuckerhaltige Flüssigkeit vor der Gärung. Früh gekocht, gibt der Hopfen vor allem Bittere ab. Spät zugegeben, bleibt mehr Duft erhalten.
Bei Lagerbieren wie Windhoek Lager steht die Bittere im Dienst des Durstlöschers. Sie soll die Süße des Malzes abfangen, nicht dominieren. Damit unterscheidet sich das Bier von kräftig gehopften Pils nach norddeutschem Vorbild, wie es etwa die Hansa Pilsner-Linie andeutet, und erst recht von modernen IPA.
Welche Hopfensorten Namibia Breweries einsetzt, gibt das Unternehmen für seine Marken nicht in jedem Fall an. Gesichert ist nur das Prinzip, und das gilt für Windhoek wie für jede andere Brauerei der Welt: Hopfen kommt getrocknet oder als Pellets, hält sich so lange und lässt sich genau dosieren. Gerade für ein Land mit weiten Transportwegen ist das ein Vorteil, denn frische Dolden würden auf der Reise verderben. Pellets sind gepresstes Hopfenpulver, das sich im Sud schnell löst und weniger Platz im Lager braucht als ganze Dolden.