
Weihnachtsbier, Schafskopf
Essen & Bierkultur
Zu Weihnachten kommt in Westnorwegen das Juleøl auf den Tisch, und das war lange das selbstgebraute Hofbier. Dazu isst man Pinnekjøtt, gesalzene und getrocknete Lammrippen, die über Birkenreisig gedämpft werden. Die salzige, fettige Fleischkost verlangt nach einem Bier mit Süße und Würze.
Rund um Voss gilt der Smalahove als Spezialität: ein gesalzener, geräucherter und gekochter Schafskopf. Das Gericht ist deftig, und dazu passt ein würziges Bier mit Wacholder und Frucht, das dem Fett etwas entgegensetzt. Wer es nicht mag, hält sich an die Beilagen aus Kartoffeln und Steckrübe.
In Bergen kommt die Fischsuppe auf den Tisch, mit Fisch, Gemüse und Sahne. Ein leichtes Pale Ale mit Kveik-Frucht passt dazu, weil es die Sahne schneidet. Fenalår, die getrocknete Lammkeule, schmeckt zum Rauchbier aus Stjørdal besonders gut.
Brunost, der braune Molkenkäse, und Lefse, das weiche Fladenbrot, gehören ebenfalls zum Vesper. Die leichte Karamellnote des Käses trifft auf die Malzsüße im Bier und nimmt dem Wacholder die Schärfe.
Eine Wirtshauskultur wie in Bayern gibt es in Norwegen kaum. Man trinkt zu Hause, zu Festen und in der Familie. Seit einigen Jahren öffnen in Bergen und Oslo aber Brauhäuser und Craft-Bars, in denen auch Hofbier und Kveik-Biere ausgeschenkt werden.
Zu wissen lohnt auch die Rechtslage: In Norwegen verkauft der Handel Bier bis zu einer Grenze von 4,7 Volumenprozent im Laden, stärkere Biere gibt es nur im staatlichen Vinmonopolet. Das prägt, wie Hofbrauer und Craft-Brauer ihre Rezepte planen.