
Gårdsøl, Kornøl, Stjørdalsøl
Bierstile
Was unterscheidet Gårdsøl, Kornøl und Stjørdalsøl? Gårdsøl heißt schlicht „Hofbier“ und ist der Oberbegriff. Es entsteht aus Gerstenmalz, Wacholderaufguss, Hopfen und Hefe. Maltøl, „Malzbier“, bezeichnet im norwegischen Dialekt dasselbe Bauernbier und hat mit dem süßen Malzgetränk aus dem Supermarkt nichts zu tun.
Das Kornøl ist die Spielart mit ungekochter Würze. Es wird traditionell mit Kveik vergoren und schmeckt weich, leicht brotig, mit einem Wacholderton. Es ist trüb, weil die Hefe nicht abgesetzt wird, und wird frisch getrunken, oft zu Weihnachten.
Das Vossaøl ist das Weihnachtsbier der Gegend um Voss. Es wird mit der dortigen Kveik-Hefe vergoren und gilt als fruchtig-würzig. Rezepte unterscheiden sich von Hof zu Hof, einen festen Standard gibt es nicht.
Das Stjørdalsøl, das Bier aus dem Tal bei Trondheim, ist dunkelrot und leicht trüb. Das stark erlenholzgeräucherte Malz aus dem Såinnhus gibt ihm Rauch, Schinken und Lagerfeuer im Geschmack. Es wird oft mit Backhefe vergoren und hat mit einem fränkischen Rauchbier wenig gemein, denn dort wird Buchenholz verwendet.
Mit dem finnischen Sahti verbindet das Gårdsøl der Wacholder und der bäuerliche Ursprung. Sahti ist aber meist stärker und wird traditionell mit Brothefe gebraut. Das norwegische Hofbier fällt in der Regel leichter aus.
Der Steckbrief unten zeigt Kveik-Bier in der modernen Craft-Variante. Für Kveik selbst gibt es keine Normwerte, daher gelten die Zahlen des nächstverwandten Wettbewerbsstils, des American Pale Ale. Hofbiere können davon deutlich abweichen.
Kveik-Pale-Ale (Vergleich: American Pale Ale)obergärig
- Stammwürze
- 11,2–14,7 °P
- Alkohol
- 4,5–6,2 % vol
- Bittere
- 30–50 IBU
- Farbe
- 10–20 EBC
Warm vergoren, fruchtig, Zahlen vom Vergleichsstil. Kveik hat keine Norm.