
Gerste und Weizen
Malz & Getreide
Aus welchem Malz wird das Innviertler Märzen gebraut? Aus Gerstenmalz, wie fast jedes untergärige Bier. Gerste wird eingeweicht, zum Keimen gebracht und danach gedarrt, also mit warmer Luft getrocknet. Je heißer und länger die Darre, desto dunkler und süßer wird das Malz, daher stammt die Farbe der Biere.
Das Märzen der Region lebt von einem Malzkörper, der nach Brotkruste und Honig schmecken darf, ohne klebrig zu sein. Das Märzen der Brauerei Ried und das von Baumgartner in Schärding entsteht aus hellem Malz mit einem Anteil dunkleren Malzes. Das Wort Märzen erinnert an das Bier, das früher im März für den Sommer eingebraut wurde und deshalb kräftiger war. Baumgartner hat daneben ein Doppelmalz im Programm, dessen Name auf die doppelte Malzmenge, also eine höhere Stammwürze, anspielt. Stammwürze ist der Anteil gelöster Stoffe in der Würze vor der Gärung.
Bayerisch ist das Erbe auch beim Weizen. Weißbier braucht Weizenmalz, und so gilt in Ried: Das erste Weizenbier der Brauerei wurde schon 1932 gebraut. Weizen bringt weniger Bittere und mehr Eiweiß mit, das dem Bier den weichen Körper und die cremige Schaumkrone gibt.
Zum Bier gehört auch das Land, das die Gerste liefert. Das Innviertel ist Ackerland mit Getreidefeldern, Mais und Grünland. Ob eine Brauerei ihr Malz aus einer eigenen Mälzerei bezieht oder zukauft, wechselt von Betrieb zu Betrieb und gehört zu den Dingen, die man vor Ort erfragen kann.
Wichtig für das Leitbier der Region ist am Ende nicht die Herkunft, sondern die Mischung. Ein Märzen aus nur hellem Malz wirkt flach, eines mit zu viel Farbmalz fast schwer. Das Ziel ist das ausgewogene Mittel: golden bis kupfern, mit mildem Malzton.