
Märzen und Weisse
Bierstile
Was ist ein Märzen, und was macht das Innviertler Märzen aus? Märzen ist ein kräftiges, untergäriges Bier mit goldener bis kupferner Farbe, das nach Brot, Karamell und mildem Hopfen schmeckt. Der Name geht auf die Brauordnung von 1553 zurück, die das Brauen nur zwischen Michaeli und Georgi erlaubte: Wer im März noch braute, legte das Bier für den Sommer in den Keller.
In Österreich ist Märzen vielerorts eine Spur heller und leichter als das, was Biergutachter unter dem Stil beschreiben. Im Innviertel sind Märzen von Ried und Baumgartner Standardbiere im Wirtshaus, vergleichbar mit dem Helles in Bayern. Gerade weil sie im Wirtshaus zum Standard gehören, bestellt man sie dort meist einfach als „ein Märzen“, ohne weitere Angabe von Marke oder Sorte. Das Zwickl, das Baumgartner dazu anbietet, ist ein naturtrübes Kellerbier.
Der Unterschied zwischen Märzen und Weißbier: Das Märzen ist untergärig, malzig, klar; das Weißbier ist obergärig, aus Weizen und Gerste, hefetrüb und fruchtig. Das Weißbier hat seine Wurzeln im bayerischen Erbe der Region, das Märzen im Brauhandwerk der Monate zwischen Michaeli und Georgi. Beide Stile werden in Ried im Innkreis, in Schärding und in Altheim gebraut. Mehr zur Verwandtschaft der Stile steht im Vergleich von Lager und Ale.
Seine Verbindung zu Bayern zeigt das Innviertel auch beim Bockbier. Die Brauerei Ried nennt ein Weißbierbock in ihrem Sortiment, Baumgartner einen Weihnachtsbock. Ein Bockbier muss nach der deutschen Bierverordnung mindestens 16 % Stammwürze haben, in Österreich gilt das nicht in gleicher Form; hier lohnt sich der Blick aufs Etikett.
Märzenuntergärig
- Stammwürze
- 13,3–14,7 °P
- Alkohol
- 5,6–6,3 % vol
- Bittere
- 18–24 IBU
- Farbe
- 16–33 EBC
Gold bis Kupfer, Malz wie Brotkruste, mild gehopft.