
Seidel und Weißbierglas
Verkosten
Wie schmeckt Innviertler Bier? Ein Märzen von Ried oder Baumgartner schmeckt rund und malzig, mit einem sauberen, leicht herben Abgang. Ein Zwickl ist weicher und brotiger, die Rieder Weisse fruchtig und frisch mit Banane in der Nase. Das sind Geschmacksbeispiele, keine Bewertungen, und sie gelten für die Standardbiere, nicht für jede Sonderedition der Brauerei.
Beim ersten Schluck lohnt sich ein Blick auf Farbe und Schaum. Das Märzen glänzt golden bis kupfern und trägt eine feste weiße Krone, das Weißbier ist trüb und wirft einen hohen, cremigen Schaum. Dann kommt der Duft: Malz und Brot beim Märzen, Banane und Gewürznelke bei der Weisse.
Im Wirtshaus wird in Österreich meist aus dem Seidel (0,3 Liter) oder dem Krügerl (0,5 Liter) getrunken, Weißbier kommt in das hohe, nach oben weite Weißbierglas. Es hat Platz für den Schaum und lässt die Hefe sichtbar werden.
Die Temperatur macht viel aus. Zu kalt, und der Geschmack verschließt sich; ein Märzen schmeckt bei etwa 7 bis 9 Grad am besten, die Weisse darf ein bis zwei Grad kälter sein. Für Weißbier gilt außerdem: Das Glas leicht schräg halten, langsam einschenken, den Rest der Hefe am Flaschenboden mit einem Schwenker lösen und zuletzt ins Glas geben.
Wer mehrere Biere probiert, beginnt mit dem leichtesten und endet mit dem stärksten. Dazu gehört Wasser. Zu den Biermärz-Aktionen der Region mit regionalen Gerichten kommt man am besten im März, wenn Wirte und Brauereien aus dem ganzen Innviertel mitmachen.