
Österreichs Hopfenland
Hopfen
Der Mühlviertler Hopfen ist das stärkste Argument der Region: Österreichs größtes Hopfenanbaugebiet liegt hier. Nach Angaben der Hopfenbauern erzeugen rund 170 Hektar im Mühlviertel und im angrenzenden Waldviertel etwa 300 Tonnen Rohhopfen im Jahr, gepflanzt von knapp 40 Betrieben.
Der Anbau hat Tradition. Schon 1206 taucht Hopfen im Urbar des Stifts Wilhering auf, einem mittelalterlichen Güterverzeichnis. Die Hopfengärten liegen auf 350 bis 650 Metern Höhe, vor allem in den Bezirken Rohrbach und Freistadt auf dem Granitplateau.
Auf hohen Gerüsten ranken die Pflanzen im Frühsommer an Drähten nach oben. Geerntet wird im Spätsommer, dann werden die Dolden, also die grünen, zapfenförmigen Blüten, maschinell gepflückt und getrocknet. Nur weibliche Pflanzen kommen in die Gärten, weil nur ihre Dolden Brauharz enthalten.
Die wichtigste Sorte ist die Perle, auf etwa 42 Hektar. Sie ist ein Aromahopfen mit würzigem, leicht blumigem Duft, der ein Bier abrundet, ohne es zu überfahren. Danach folgt der Malling mit rund 20 Hektar, eine alte Mühlviertler Sorte, die nach Angaben der Anbauer nur in dieser Region wächst.
Bitterhopfen und Aromahopfen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Bitterhopfen enthält viele Alphasäuren und gibt dem Bier seine Schärfe, Aromahopfen steuert Duft und Geschmack bei. Im Mühlviertel überwiegen eindeutig die Aromasorten, weshalb die Biere eher sanft und würzig als scharf wirken.
Rund ein Fünftel der Fläche wird biologisch bewirtschaftet. Die Brauer aus dem Bierviertel verwenden den Mühlviertler Hopfen gern und weisen ihn auf ihren Seiten auch aus.