
Krügel & Seidel
Verkosten
Wie schmeckt ein Bier aus Tirol oder Vorarlberg? Meist weich, malzbetont und glatt, mit wenig Bittere und einem sauberen, trockenen Ende. Ein Zillertal Bier, ein Mohrenbräu oder ein Fohrenburger wirkt im ersten Schluck eher mild als herb, erst im Nachtrunk zeigt sich der Hopfen.
Als Beispiele für den Geschmack eignen sich vier Häuser. Zillertal Bier aus Zell am Ziller steht für den ältesten privaten Betrieb Tirols, Mohrenbräu aus Dornbirn für die Vorarlberger Familienbrauerei. Fohrenburger Jubiläum ist ein Spezialbier mit 12,8 Grad Stammwürze, und die Starkenberger aus Tarrenz gelten nach Angaben der Brauerei als das meistprämierte Bier Österreichs.
Serviert wird in Österreich in Krügeln und Seideln, also in Henkelgläsern mit 0,5 und 0,3 Litern, oder im Stangenglas. Ein Märzen oder Spezialbier wirkt in einem Glas mit leichtem Schwung am schönsten, weil sich der Duft im oberen Teil sammelt. Ein stilles Henkelglas dagegen hält das Bier länger kühl in der Hand.
Die Trinktemperatur liegt für ein Helles bei sechs bis acht Grad. Kälter betäubt sie das Malz, wärmer schmeckt das Bier süß und schwer. Beim Einschenken hält man das Glas leicht schräg, lässt das Bier an der Innenwand laufen und stellt es am Ende gerade, damit sich eine feinporige Schaumkrone bildet.
Zum Probieren hilft eine feste Reihenfolge: erst schauen, ob das Bier klar und golden ist, dann riechen, dann einen kleinen Schluck im Mund bewegen. Vergleicht man ein Helles mit einem Märzen, merkt man schnell, dass das zweite mehr Körper hat.