
Krügerl und Seidel
Verkosten
Wie schmeckt Waldviertler Bier? Meist weich, rund und sauber, mit Malzsüße im Vordergrund und einer Bittere, die nicht aufdringlich wird. Das passt zum weichen Quellwasser, das dem Hopfen keine harte Kante gibt.
Als Beispiele eignen sich drei Biere. Das Zwettler Original aus rein Waldviertler Zutaten zeigt, wie die Gegend schmeckt. Das Schremser Bio Naturtrüb aus Bio-Gerste und Bio-Hopfen ist unfiltriert und etwas voller. Das Schremser Roggen Bio Bier steht für die würzige, obergärige Seite.
In Österreich bestellt man das Bier in festen Größen. Ein Seidel hat ein Drittel Liter, ein Krügerl einen halben Liter, ein Pfiff einen Fünftel. Wer wenig trinkt oder viel probieren will, wählt das Seidel.
Kühl serviert wird untergäriges Bier bei etwa sechs bis acht Grad, ein obergäriges Roggenbier darf ein bis zwei Grad wärmer sein. Zu kalt betäubt die Zunge, zu warm lässt es matt wirken.
Beim Einschenken hält man das Glas schräg und lässt das Bier an der Innenwand laufen. Erst zum Schluss stellt man es gerade, damit sich eine feste, cremige Krone bildet. Bei naturtrüben Bieren schwenkt man den Rest Hefe zum Schluss kurz mit auf.
Zum Prüfen gehören alle Sinne. Zuerst die Farbe gegen das Licht halten, dann am Glas riechen, dann erst kleine Schlucke nehmen und die Bittere am Zungenende abwarten. Wer dabei Frucht, Brot oder Gras findet, hat schon die halbe Beschreibung beisammen.