
Tomyski und Lubelski
Hopfen
Welcher Hopfen kommt ins Grodziskie? Nach Angaben der Brauerei Grodzisk ein aromatischer Lubelski, benannt nach der Gegend um Lublin im Osten Polens. Historisch war es dagegen ein Hopfen aus Wielkopolska selbst, der Nowotomyski oder Tomyski, der um Nowy Tomyśl in Großpolen wuchs.
Hopfen liefert Bittere und Aroma. Die Bittere kommt von den Alphasäuren, die erst beim langen Kochen in der Würze löslich werden. Das Aroma stammt aus ätherischen Ölen, die verfliegen, wenn man den Hopfen zu früh in den Kessel gibt. Darum teilt man die Gabe.
Historischen Beschreibungen zufolge kochte die Würze 90 bis 120 Minuten. Der größere Teil des Hopfens kam nach etwa einer Viertelstunde in den Kessel, der kleinere erst etwa eine halbe Stunde vor Kochende. So entstand eine Bittere, die gerade ausreicht, um den Rauch und die leichte Süße des Weizens zu halten.
Die Spanne für den Stil liegt bei 20 bis 35 Bittereinheiten, die man IBU nennt. Das ist mäßig bitter und reicht von mild bis ungefähr so bitter wie ein deutsches Pils. Wichtig ist der trockene Abgang, nicht die Schärfe, denn das Bier soll leicht und erfrischend bleiben und das Weizenmalz nicht erschlagen.
Die Craft-Szene hat weitere polnische Sorten ins Glas gebracht. Die Brauerei Grodzisk setzt in einem helleren Pale Ale unter anderem Marynka, Magnum und Cascade ein. Beim Grodziskie selbst bleibt der Hopfen dagegen ein Statist neben dem Rauch, ein Gegenstück zum kräftig gehopften IPA. Hier will niemand Hopfenfrucht, hier steht der Rauch vorn.