
Jung, rauchig, herb
Verkosten
Im Glas riecht eine Gotlandsdricka nach Rauch und nach Wacholder, wie ein Waldweg nach einem Lagerfeuer. Im Mund folgen eine spürbare Süße, die Würze der Beeren und am Ende eine leichte Herbe. Der Körper ist voll, der Hopfen im Hintergrund.
Man trinkt sie jung, oft noch während der Gärung. Das Bier kann daher leicht prickeln und süß anklingen, je nach Alter des Ansatzes. Nach zwei Wochen sollte sie getrunken sein, sagen die Hausbrauer. Eine Kühlung knapp unter Zimmertemperatur lässt Rauch und Wacholder besser durchkommen als eiskalt.
Wer in Visby verkosten will, geht zu Gotlands Bryggeri. Die Brauerei sitzt innerhalb der Stadtmauer und bietet nach Angaben der Insel-Tourismusseite Führungen mit Bierprobe an. Dort stehen das Wisby Klosteröl, das erste Bier des Hauses, und der Wisby Stout, beides Brauereibiere und keine Gotlandsdricka.
Die echte Gotlandsdricka ist schwer zu bekommen, denn sie ist ein Hausbier und schwierig kommerziell herzustellen. Brauereien außerhalb Schwedens haben sie nachgebraut, etwa Jester King in Texas und das Niagara College in Kanada. Das sind Interpretationen, keine Originale, und sie zeigen, wie weit der Ruf des Inselbieres reicht.
Zum Einschenken genügt ein schlichtes Glas, damit man Farbe und Trübung sehen kann. Im Rostbunn sitzt unten ein Zapfhahn, so wird das Bier klar vom Satz abgezogen. Wer zu Hause nachbrauen will, findet bei Hausbrauern und im Brauwiki des schwedischen Verbands viele Rezepte und Hinweise zum Rauchmalz.