
Eingeführt, fein dosiert
Hopfen
Wie bitter ist ein Schweizer Lagerbier? Weniger, als viele erwarten. Typische helle Lager liegen bei 16 bis 22 Bittereinheiten (IBU), das ist die Messgröße für die Bitterkeit des Hopfens im Bier. Ein deutsches Pils kommt auf 22 bis 40. Der Hopfen soll im Lager im Hintergrund bleiben und nur den Malzkörper abrunden.
Hopfen wächst in der Schweiz nur in kleinen Mengen. Der Bedarf der Brauereien wird fast vollständig durch Importe gedeckt, das meiste kommt aus den großen europäischen Anbaugebieten in Süddeutschland und Tschechien. Dort werden die Sorten gezogen, die für helle Lager klassisch sind, etwa Hallertauer Mittelfrüh oder Saazer Hopfen.
Hopfen hat zwei Aufgaben. Die Alphasäuren aus den Dolden sorgen beim Kochen der Würze für die Bittere. Die ätherischen Öle bringen Aroma, sie wirken aber nur, wenn der Hopfen spät oder kalt zugegeben wird. Bei klassischen Lagerbieren dominiert die Bittergabe am Kochbeginn, dazu kommt eine kleine Aromagabe zum Schluss.
In Rheinfelden bleibt das Hopfenaroma bei den großen Marken zurückhaltend. Wer bei Unser Bier oder dem Ueli Bier der Fischerstube probiert, darf einen eigenen Charakter erwarten, der sich vom Industrielager abhebt.
Auch dass der Hopfen zugekauft wird, ist keine Besonderheit der Region. Brauereien kaufen Hopfen über Händler und prüfen jede Lieferung auf Bittere und Aroma, bevor sie sie verwenden. Der Rhein war schon immer ein Handelsweg, und das gilt für Hopfen genauso wie für Gerste.