
Bratwurst und Käse
Essen & Bierkultur
Zu welchem Essen trinkt man Ostschweizer Bier? Zur St. Galler Bratwurst, die aus Kalbfleisch und Schweinefleisch besteht und traditionell ohne Senf gegessen wird, dazu ein Bürli, ein Brötchen. Das milde, weiche Helle passt dazu gut, weil es die zarte Wurst nicht übertönt. Zu fettem Fleisch räumt die Kohlensäure den Gaumen wieder frei.
Im Appenzellerland ist die Siedwurst ein Klassiker, eine gebrühte Wurst, die in heißem Wasser gar zieht. Dazu kommt der kräftige Appenzeller Käse, meist in Form von Käseküchlein oder auf dem Brett. Ein herzhafter, würziger Käse braucht ein Bier mit Frische, die den Mund wieder freispült, aber keine harte Bittere.
Auch ein Mostbröckli, luftgetrockneter Rindfleischstreifen mit Mostgeschmack, ist eine beliebte Beilage. Für den süßen Schluss kommen Appenzeller Biberli ins Spiel, ein Lebkuchen mit Honig und Mandelfüllung. Dazu schmeckt ein dunkleres Bier oder ein Märzen, dessen Röstnoten und Karamell sich gut vertragen.
Trinken geht man in Wirtshäusern und Beizen, wie man in der Schweiz sagt. Im Herbst ist in St. Gallen die OLMA, die große Messe, bei der Bratwurst und Bier selbstverständlich dazugehören. In Appenzell Innerrhoden versammelt sich dagegen jedes Jahr am letzten Sonntag im April die Landsgemeinde auf dem Landsgemeindeplatz, ein Ritual mit Degen und Hut. Danach geht man ins Wirtshaus, um zu essen und ein Glas zu trinken.
Die Brauerei Locher hat in Appenzell ein Besucherzentrum, das Brauquöll, wo man den Brauprozess kennenlernt. Kleine Brauereien wie Bögli Bräu in Neukirch, Larrys Brauerei in Hefenhofen und das Brauhaus Sternen in Frauenfeld im Thurgau ergänzen das Bild. Sie machen die Ostschweiz zu einer Region mit vielen kleinen, eigenständigen Bieren.