
Caña, Tubo, Doble
Verkosten
Was bestellt man in Madrid, wenn man ein Bier möchte? Eine Caña. Das ist ein kleines Glas Fassbier von etwa 20 Zentilitern, in einem hohen, schmalen Glas serviert, damit das Bier kalt und die Kohlensäure lebendig bleibt.
Größer wird es mit dem Tubo, einem höheren, geraden Glas, und der Doble, die das Doppelte fasst. Dazu kommen Flaschen: Ein Quinto fasst 20 Zentiliter, ein Tercio 33. Wer eine Clara bestellt, bekommt Bier mit Zitronenlimonade.
Zum Probieren eignen sich drei Biere. Mahou Cinco Estrellas ist das bekannteste, goldgelb, mit milder Getreidenote und trockenem Ende. San Miguel, heute ebenfalls Teil der Gruppe Mahou San Miguel, ist ein verwandtes helles Lager. Dazu kommen Biere aus kleinen Brauereien der Stadt, die auch hefetrübe oder stärker gehopfte Stile ausschenken.
Die Temperatur ist in Madrid kein Detail. Das Bier wird sehr kalt gezapft, oft in einem Glas, das zuvor im Kühlfach lag. Wer sich Zeit lässt, merkt, wie sich Geschmack und Aroma entfalten, sobald das Glas ein wenig wärmer wird. Das ist Absicht des Hauses: Für die Terraza zählt der erste kalte Schluck. Wer ein Glas langsam trinkt, bestellt deshalb lieber das nächste kleine als ein großes, das warm wird.
Gezapft wird mit einem schlanken Hahn und einem kurzen Schaumkragen. Der Schaum ist dünn, die Krone sollte nicht über den Rand quellen. In vielen Bars gehört die Tapa dazu, ein kleiner Happen zum Getränk, der im Glas das Salz gegen die Kälte stellt.