
Schütteln, Zapfen, Gemeinschaft
Verkosten
Wie schmeckt Umqombothi? Auf den ersten Schluck säuerlich, dick und leicht körnig, wie ein dünner, saurer Haferbrei, nur kühl und frisch. Es ist trüb, beigefarben bis hellbraun und riecht kräftig nach Gärung. Wer an klare Biere gewöhnt ist, braucht ein paar Schlucke, bis sich Säure und Fülle ordnen. Die Alkoholstärke ist nach Angaben unterschiedlicher Quellen mit etwa 3 bis 4 Prozent mäßig.
Getrunken wird es traditionell gemeinsam. Der Topf geht reihum, oder man schöpft in Schalen und Becher, und man teilt. Chibuku gibt es dagegen im Karton, den man schüttelt und dann öffnet. Beides ist ein Gemeinschaftsbier, kein Verkostungsbier, und gehört zu einem Anlass, nicht in eine Probierreihe.
Bei den Lagern ist es einfacher. Castle Lager schmeckt malzig und glatt und wird kalt aus der Flasche oder vom Fass getrunken, bei etwa vier bis sieben Grad. Ein dunkles Milk Stout schmeckt weicher, süßlicher und rund, mit Röstaromen und wenig Hopfenbittere.
In Soweto lohnt der Weg zur Soweto Brewing Company in Orlando West, in der Nähe der Vilakazi Street. Dort stehen Soweto Gold, ein helles Lager, der Orlando Stout und Gogo's Ginger, benannt nach einer Shebeen Queen der 1950er Jahre in Sophiatown. Nach eigenen Angaben ehrt die Brauerei damit die Menschen des Viertels.
In Kyalami braut Brewhogs klassische Biere ohne Zusatzstoffe, wie die Brauerei sagt. Das SAB World of Beer in Newtown, das die Geschichte des Bieres zeigte, hat im September 2019 geschlossen.
Als Glas dienen Flasche, Humpen oder Becher. Eine feste Glasform wie beim Kölsch gibt es nicht, und genau das passt zur Region: Man trinkt, was zur Runde gehört.