
Waboomskraal bei George
Hopfen
Südafrika baut Hopfen an, und zwar am Südkap, nicht in Kapstadt. Die SAB-Hopfenfarmen liegen im Waboomskraal-Tal bei George, an der Gartenroute rund 450 Kilometer östlich der Stadt. Dort wachsen die Pflanzen an Gerüsten, die weit höher sind als ein Haus.
Hopfen ist die Würze des Bieres. Die Dolden, grüne Zapfen einer Kletterpflanze, enthalten Bitterstoffe und Duftöle. Sie geben dem Bier die Bittere, die sonst süß schmecken würde, und halten es länger frisch. In Castle Lager ist das eher dezent, ein sanfter Bitterton ohne große Fruchtnoten.
Nach Angaben von SAB stammen etwa 80 Prozent des verwendeten Hopfens von lokal gezüchteten Sorten. Das Zuchtprogramm in George entwickelte Sorten, die zu Klima und Boden passen. Geerntet wird auf der Südhalbkugel im Hochsommer, wenn in Europa die Hopfengärten längst abgeräumt sind.
Die Craft-Brauer setzen auf stärker duftende Sorten, wie sie ein fruchtiges IPA verlangt. Die Kings Blockhouse IPA von Devil’s Peak, benannt nach einem Wachturm auf dem Berg, wurde beim Festival of Beer in Kapstadt mehrfach als bestes Bier der Schau ausgezeichnet.
Was folgt daraus für das Glas? Ein Lager aus George schmeckt weich und mild, ein IPA aus Woodstock bitter und duftend. Beide Biere zeigen, wie viel der Hopfen ausmacht, auch wenn er nur wenige Gramm je Liter beträgt. Wer die Unterschiede selbst schmecken will, trinkt beide nacheinander, mit einem Schluck Wasser dazwischen, und achtet auf Duft, Bittere und Nachhall.