
Perle & Importware
Hopfen
Hopfen gibt dem Bier Bittere und Aroma, und beides wird getrennt gesteuert. Früh im Sud gekochte Dolden liefern vor allem Bittere, spät zugegebene oder kalt zugesetzte Dolden Duft. Die Bittere misst man in IBU, einer Skala für die Bittereinheiten. Ein koreanisches Lager liegt bei den Bitterstoffen meist im unteren Bereich, hier gilt eher das Motto: Hauptsache erfrischend.
Hopfen wird in Korea für die großen Biere in der Regel eingeführt. Die Brauerei OB nennt für ihr OB Golden Lager die deutsche Sorte Perle als wichtigsten Hopfen, das Bier hat 4,8 Prozent Alkohol. Perle zählt zu den Aromahopfen mit würzigem, leicht blumigem Duft.
Bei den Standardsorten der großen Brauereien bleibt die Hopfung zurückhaltend. Das Ergebnis ist ein Bier, das nach Malz, Reis und einer feinen Süße schmeckt und nur ganz am Ende leicht bitter nachhallt. Wer vorher Pils aus Deutschland getrunken hat, empfindet es als sehr mild.
Mehr Hopfen findet sich in der Szene der kleinen Brauereien, die sich an westlichen Stilen orientiert. Hinter Magpie Brewing stand eine Gruppe aus Kanadiern, Amerikanern und Koreanern, die Biere wie IPA oder Pale Ale nach Seoul brachten. IPA steht für India Pale Ale, ein hell bis bernsteinfarbenes Bier mit kräftigem Hopfenaroma.
Für die Verkostung heißt das: Ein Cass oder Hite schmeckt nach Getreide und Frische, ein Seouler IPA aus Gyeongnidan eher nach Zitrus und Harz. Beide Welten liegen in der Stadt nur wenige U-Bahn-Stationen auseinander.