
Belgische Klosterstile
Dubbel, Tripel, Quadrupel: Was ist der Unterschied?
Dubbel ist dunkel und malzig, Tripel hell und kräftig, Quadrupel dunkel und noch stärker. Alle drei sind obergärige belgische Starkbiere aus der Klostertradition, die Trappisten und weltliche Brauereien gleichermaßen brauen. Die Namen beschreiben Stärke und Farbe, keine Herkunft.
Was ist ein Dubbel?
Im Glas leuchtet ein Dubbel kastanienbraun bis rötlich, mit cremigem, hellbraunem Schaum. In der Nase finden sich Rosinen, Pflaumen, Karamell und eine Spur Schokolade. Der Stilleitfaden BJCP nennt 15,2 bis 18,2 Grad Plato Stammwürze, 6 bis 7,6 % vol und 15 bis 25 Bittereinheiten. Der Hopfen bleibt also im Hintergrund.
Die dunkle Farbe stammt aus zwei Quellen. Spezialmalze bringen Röst- und Karamellnoten, dunkler Zuckersirup liefert Farbe und eine trockene Süße. Dazu kommt eine belgische obergärige Hefe. Sie bildet Ester, also fruchtige Duftstoffe, und würzige Phenole, die an Nelke oder Pfeffer erinnern.
Als Vorbild des Stils gilt das Dubbel der Abtei Westmalle. Aber auch Abteibiere und Brauereien weit außerhalb Belgiens brauen Dubbels. Der Name ist frei und gehört niemandem.
Was ist ein Tripel?
Trotz des höheren Alkohols ist ein Tripel hell, goldgelb und erstaunlich schlank. Der BJCP-Rahmen liegt bei 18,2 bis 20,5 Grad Plato, 7,5 bis 9,5 % vol und 20 bis 40 Bittereinheiten. Damit ist es deutlich stärker und etwas bitterer als ein Dubbel.
Das Geheimnis der Leichtigkeit liegt im Zucker. Heller Zucker vergärt fast vollständig zu Alkohol, ohne Restsüße zu hinterlassen. Das Bier wirkt dadurch trocken und lebendig statt schwer. Helles Pilsner Malz sorgt für die blasse Farbe, die Hefe für Noten von Zitrus, Birne und weißem Pfeffer. Eine kräftige Kohlensäure trägt die Aromen nach oben.
Nah verwandt ist das Belgian Golden Strong Ale. Es ist ähnlich hell und stark, mit 7,5 bis 10,5 % vol, wird aber meist noch trockener und hopfiger ausgebaut. Ein Tripel hat dagegen mehr Hefewürze. Auch beim Tripel gilt Westmalle als Vorbild.
Was ist ein Quadrupel?
Einen eigenen Stil Quadrupel kennt der BJCP-Leitfaden nicht. Er ordnet solche Biere unter Belgian Dark Strong Ale ein: 18,2 bis 25,9 Grad Plato, 8 bis 12 % vol, dunkle Farbe. Den Namen Quadrupel machte die niederländische Trappistenbrauerei La Trappe mit einem gleichnamigen Bier bekannt. Andere Brauereien übernahmen ihn später.
Geschmacklich steigert ein Quadrupel das Dubbel. Mehr Malz, mehr dunkler Zucker, mehr Alkohol. Typisch sind Feigen, Datteln, Toffee und ein wärmender, fast likörartiger Abgang. Bekannte Beispiele aus Klöstern sind das Westvleteren 12 und das stärkste Bier von Rochefort. Solche Biere können sich in der Flasche über Jahre weiterentwickeln.
Getrunken werden sie nicht eiskalt. Bei zwölf bis vierzehn Grad öffnen sich Frucht und Malz am besten, zu kalt wirkt das Bier stumpf und alkoholisch. Ein kleines Glas reicht, denn ein Quadrupel hat oft mehr als doppelt so viel Alkohol wie ein Pils. Zu kräftigem Käse, Wildgerichten oder einem Schokoladendessert passt es besser als zum Durst.
Woher kommen die Namen, und was ist ein Patersbier?
Warum die Biere Dubbel und Tripel heißen, ist nicht sicher geklärt. Eine verbreitete Deutung verweist auf Kreuze, mit denen Brauer früher die Fässer nach Stärke markiert hätten. Belegt ist das nicht. Sicher ist nur, dass die Namen eine Stufenleiter ausdrücken und nichts über eine genaue Verdopplung oder Verdreifachung sagen.
Am unteren Ende der Leiter steht das Patersbier. Trappisten brauen es traditionell für den eigenen Tisch, leichter und hopfiger als die Verkaufsbiere. Der BJCP-Leitfaden führt es als Belgian Single mit 11 bis 13,3 Grad Plato und 4,8 bis 6 % vol. Westvleteren Blond und das Westmalle Extra zählen zu diesem Typ.
Fast alle Biere dieser Familie gären in der Flasche nach. Die Brauerei gibt vor dem Abfüllen etwas Zucker und frische Hefe zu, die in der verschlossenen Flasche Kohlensäure bilden. Am Boden bleibt ein feiner Hefesatz zurück. Wer klar einschenken will, gießt ruhig und lässt den letzten Schluck in der Flasche. Ein bauchiges Kelchglas bündelt die Aromen.