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Woher kommt der Kater? Fuselöle, Kopfschmerz, Konterbier

Was nach Alkohol bleibt

Woher kommt der Kater? Fuselöle, Kopfschmerz, Konterbier

Der Kater kommt vor allem von der Menge Alkohol, nicht von einem einzelnen Stoff im Bier. Begleitstoffe wie Fuselöle können ihn verstärken, Schlafmangel und Flüssigkeitsverlust tragen bei. Ein Konterbier verschiebt die Beschwerden nur und ist keine Lösung.

Was passiert beim Kater im Körper?

Was Mediziner Hangover nennen, ist eine Mischung aus Beschwerden: Kopfschmerz, Übelkeit, Müdigkeit, Durst, Lichtempfindlichkeit und schlechte Konzentration. Sie setzen ein, wenn der Alkoholspiegel im Blut gegen null sinkt. Eine einzelne Ursache haben Forscher bis heute nicht gefunden. Mehrere Vorgänge greifen ineinander.

Beim Abbau verwandelt die Leber Alkohol zuerst in Acetaldehyd, einen giftigen Stoff, der zu Übelkeit und Herzklopfen beitragen kann. Alkohol hemmt außerdem ein Hormon, das die Niere zum Wassersparen anhält. Man muss häufiger zur Toilette und verliert Flüssigkeit. Der Schlaf nach Alkohol ist flacher und weniger erholsam. Neuere Studien deuten zudem auf eine Entzündungsreaktion des Körpers hin. Wie groß der Anteil jedes Faktors ist, bleibt offen.

Machen Fuselöle im Bier den Kater schlimmer?

Fuselöle sind höhere Alkohole, also Verwandte des Trinkalkohols mit längerer Kette. Hefen bilden sie bei der Gärung, besonders bei warmer Gärung und starker Belastung. Sie gehören zu den sogenannten Begleitstoffen, Fachleute sagen Kongenere. Dazu zählen auch Methanol, Ester und Aldehyde. In obergärigen, warm vergorenen Bieren kommen höhere Alkohole meist in größerer Menge vor als in kalt vergorenen Lagerbieren.

Eine Studie der Brown University von 2010 verglich Bourbon, der viele Begleitstoffe enthält, mit Wodka, der sehr wenige hat. Bei gleichem Alkoholspiegel fühlten sich die Probanden nach Bourbon schlechter. Ihre Leistung in Tests war aber in beiden Fällen gleich beeinträchtigt. Für Bier gibt es solche sauberen Vergleiche kaum. Dass ein bestimmter Bierstil grundsätzlich mehr Kater macht, ist deshalb nicht belegt.

Hilft ein Konterbier gegen den Kater?

Das Konterbier am Morgen danach gilt in manchen Kreisen als altes Hausmittel. Es wirkt scheinbar, weil neuer Alkohol die Entzugszeichen des Körpers kurz überdeckt. Der Abbau beginnt dann von vorn, und die Beschwerden kommen später zurück. Eine verbreitete Erklärung lautet, dass Alkohol den Abbau von Methanol bremst. Das ist eine Hypothese, kein Beleg für eine Wirkung.

Ärzte warnen ausdrücklich vor dieser Gewohnheit. Wer regelmäßig Alkohol braucht, um sich besser zu fühlen, zeigt ein Muster, das auf problematischen Konsum hinweisen kann. Auch für die vielen Pillen, Pulver und Säfte, die als Katermittel verkauft werden, fehlt ein verlässlicher Wirksamkeitsnachweis. Was einen Kater sicher verhindert, ist eine geringere Menge oder ein alkoholfreies Getränk.

Macht dunkles Bier mehr Kater als helles?

Bei Spirituosen und Wein gilt als Faustregel, dass dunkle Getränke mehr Begleitstoffe enthalten als helle. Rotwein hat mehr davon als Weißwein, Whisky mehr als Wodka. Viele übertragen das auf Bier und halten ein Dunkles oder ein Stout für katerträchtiger als ein Pils. Belegt ist das nicht. Die Farbe eines Bieres stammt aus dunkel geröstetem Malz, nicht aus langer Fasslagerung wie beim Whisky.

Viel wichtiger ist der Alkoholgehalt. Ein Irish Stout liegt nach der Stilnorm BJCP bei 3,8 bis 5 Prozent und damit im Bereich eines Pils. Ein heller Bock liegt dagegen bei 6,3 bis 7,4 Prozent, ein belgisches Tripel bei 7,5 bis 9,5 Prozent, obwohl beide hell im Glas stehen. Wer zwei Gläser Tripel trinkt, nimmt deutlich mehr Alkohol auf als mit zwei Gläsern Stout. Für die Folgen am nächsten Morgen sagt die Stärke daher mehr als die Farbe.

Was über den Kater offen bleibt

Warum manche Menschen nach wenigen Gläsern leiden und andere kaum, ist nur teilweise verstanden. Genetische Unterschiede beim Alkoholabbau, Körpergewicht, Essen, Schlaf und Medikamente spielen hinein. Auch Angaben zum Trinkverhalten beruhen oft auf Selbstauskünften, die ungenau sind.

Bier hat gegenüber Spirituosen einen geringeren Alkoholgehalt je Schluck. Das schützt aber nicht, wenn mehr getrunken wird. Wer sich Sorgen um den eigenen Konsum macht, findet bei Hausärzten und Suchtberatungsstellen kostenlose und vertrauliche Hilfe. Für den Genuss gilt: Ein gutes Bier schmeckt auch dann, wenn es beim einen Glas bleibt.

Kurz unterschieden

Lager
Kalt vergoren mit untergäriger Hefe. Bildet meist weniger höhere Alkohole und Ester als warm vergorene Biere.
Ale
Warm vergoren mit obergäriger Hefe. Mehr Ester und höhere Alkohole, ob das den Kater verstärkt, ist für Bier nicht belegt.
Konterbier
Alkohol am Morgen danach. Überdeckt die Beschwerden kurz und verschiebt sie. Ärzte raten davon ab.

Dazu im Lexikon

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