
Saazer im Porter
Hopfen
Wächst Hopfen in Ostböhmen? Die bekannten Brauereien der Gegend nennen als Quelle das Saazer Land um Žatec im Nordwesten Böhmens. Der Pardubický porter wird nach Angaben der Brauerei ausschließlich mit Hopfen aus der Žatec-Region gebraut, Bernard nennt Saazer Hopfen ebenfalls.
Die klassische Sorte heißt Saazer, tschechisch Žatecký poloraný červeňák, auf Deutsch Saazer Halbfrüher. Der Name Žatecký chmel ist seit 2007 als geschützte Ursprungsbezeichnung eingetragen. Das Aroma gilt als fein, würzig und kräuterig, nicht fruchtig oder harzig wie bei vielen amerikanischen Sorten.
Hopfen liefert zwei Dinge: Bittere und Aroma. Die Bittere kommt aus den Alphasäuren, die erst beim Kochen löslich werden. Sie wird in IBU gemessen, einer Einheit für die Bitterstoffe im Bier. Das Aroma stammt aus ätherischen Ölen, die bei kurzem Kochen oder späten Gaben erhalten bleiben.
Im dunklen Bier bleibt der Hopfen im Hintergrund. Die Norm für den Baltic Porter nennt 20 bis 40 IBU, das Weißbier kommt mit 8 bis 15 aus. Beim Porter gleicht die Bittere die Süße des Karamellmalzes aus, beim Weizenbier soll sie kaum auffallen und die Hefearomen nicht stören.
Ostböhmen zeigt damit, dass ein Hopfen nicht in der Nähe der Brauerei wachsen muss, um zu ihrem Bier zu gehören. Entscheidend sind Sorte, Menge und der Zeitpunkt der Gabe im Kessel.
Die Saazer Dolden werden im Spätsommer geerntet und getrocknet. Für die Brauereien werden sie oft zu Pellets gepresst, also zu gemahlenem und gepresstem Hopfen, der sich besser lagern und genauer dosieren lässt als frische Dolden. Der Charakter des Hopfens bleibt dabei weitgehend erhalten.