
Zart gehopft
Hopfen
In den 1860er Jahren war Wisconsin einer der größten Hopfenerzeuger der USA. Danach ging der Anbau stark zurück und wanderte in den Westen. Heute wächst er im Staat wieder, aber im kleinen Maßstab: Schätzungen der Universität Wisconsin sprachen von etwa 400 Acre, das sind rund 160 Hektar.
Zum Vergleich: In den gesamten USA standen 2025 laut BarthHaas 17.057 Hektar Hopfen, die vor allem im Nordwesten wachsen, etwa im Yakima-Tal. Dieser Hopfen steht für rund 40 Prozent der weltweiten Alphamenge. Die Alphasäure ist der Stoff im Hopfen, der das Bier bitter macht. Die großen Brauereien Milwaukees haben ihren Hopfen deshalb nie aus dem eigenen Bundesstaat gebraucht.
Worauf kommt es beim Hopfen für ein Lagerbier an? Bittere und Aroma sind zwei verschiedene Dinge. Wird der Hopfen früh im Sud gekocht, gibt er Bittere ab, wird er spät zugegeben, bleibt mehr Duft. Amerikanische Lagerbiere dieser Tradition bleiben bei beidem zurückhaltend. Der Stil American Lager liegt bei 8 bis 18 IBU, deutsches Pils bei 22 bis 40.
IBU steht für die gemessene Bittere eines Biers, hier als Zahl. Wer ein Milwaukee-Lager mit einem fränkischen Pils vergleicht, schmeckt den Unterschied sofort: Der Hopfen tritt zurück, das Getreide und die Frische des Biers stehen vorn.
Die Hopfensorte Cascade, 1972 in den USA auf den Markt gekommen, steht für ein anderes Kapitel der Geschichte. Ihr Zitrusduft prägte die Craft-Welle und die Biere, die Sprecher und Lakefront seit den 1980er Jahren ergänzten. Die klassischen Lagerbiere der alten Marken blieben davon unberührt.