
Madison County
Hopfen
Wo wurde Hopfen in New York angebaut? Vor allem in Madison County im Zentrum des Bundesstaats. 1808 legte James D. Coolidge dort das erste Hopfenfeld an, 1859 stammten 87 Prozent des amerikanischen Hopfens aus New York. Die Stadt am Hudson war damit Hopfenhauptstadt eines ganzen Landes.
Der Absturz kam in zwei Schritten. Um 1909 vernichtete der Falsche Mehltau große Teile der Ernte, eine Pilzkrankheit, die Blätter und Dolden befällt. Die Prohibition ab 1920 ließ dann die Preise von etwa einem Dollar je Pfund auf fünf Cent fallen. Die meisten Bauern rissen ihre Gerüste ab.
Fast hundert Jahre gab es kaum Hopfen in New York. Seit den 2000er Jahren kehrt er zurück, begleitet von einem Hopfenprogramm der Cornell Cooperative Extension in Madison County. Die Sorten der alten Zeit sind teils verloren, neue Züchtungen müssen mit dem Klima fertigwerden.
Hopfen gibt zwei Dinge: Bittere, die die Süße des Malzes ausgleicht, und Aroma. Für amerikanische Biere steht zum Beispiel Cascade, eine Sorte von 1972 mit Zitrusnote. Ein Wiener Lager braucht wenig Bittere, ein Saison etwas mehr, weil es trocken und lebendig bleiben soll.
Die Brauerei Ommegang in Cooperstown steht auf dem Boden einer früheren Hopfenfarm, rund 55 Hektar groß. Das Gelände erinnert daran, dass Hopfen in dieser Gegend einmal das wichtigste Erzeugnis der Bauern war. Hopfenanbau und Brauen liegen im Bundesstaat New York wieder näher beieinander als seit hundert Jahren.