
Schnee, Fluss, Gips
Wasser & Boden
Das Brauwasser für ein West Coast IPA beginnt als Schnee. Die Sierra Nevada, nach der die Brauerei in Chico heißt, sammelt im Winter Schnee und speist im Frühjahr die Flüsse des Sacramento Valley. Das Tal selbst ist flach, fruchtbar und im Sommer heiß.
Weiter westlich gibt der Russian River einer der bekanntesten Brauereien des Landes den Namen. Der Fluss zieht durch die Weinlandschaft von Mendocino und Sonoma, vorbei an Hopland, und mündet an der Küste in den Pazifik. Wer dort braut, sitzt zwischen Rebhängen und Obstgärten, und der Weg zur nächsten Winzerei ist kürzer als der zur nächsten Großbrauerei.
Das Klima ist mediterran, mit trockenen Sommern und Regen im Winter. An der Küste von Humboldt County sieht es anders aus: Nebel, Redwood-Wälder und viel Niederschlag liegen zwischen Eureka und dem Landesinneren.
Was am Ende im Glas landet, ist kaum noch Quellwasser. Brauereien bereiten ihr Wasser heute fast überall auf, sie entfernen oder ergänzen Mineralien nach Rezept. Für stark gehopfte Biere setzen viele Brauer Gips zu, eine Technik, die man aus dem englischen Burton kennt. Das Sulfat darin lässt die Bittere trockener und schärfer wirken.
Gelagert wird in temperaturgeregelten Edelstahltanks, nicht in Felsenkellern. Das ist ein Unterschied zu alten Bierstädten: Kein Eiskeller und keine Quelle prägen den Stil, sondern Technik und Rezept. Russian River füllt zusätzlich einen Teil seiner Biere in Weinfässer, die der Weinbau der Nachbarschaft liefert.