
Aus dem Westen
Hopfen
Wächst in Pennsylvania Hopfen? Kaum in nennenswertem Umfang. Die Brauereien beziehen ihn überwiegend aus den großen Anbaugebieten im Westen der USA, vor allem aus dem Yakima Valley, aus Oregon und aus Idaho. Die USA bauten 2025 auf 17.057 Hektar Hopfen an und lieferten etwa 40 % der weltweiten Alphasäure, des Stoffes, der für die Bittere sorgt.
Bitterhopfen kommt früh in die Würze und wird lange gekocht, so löst sich die Bittere, die dem Malz die Süße nimmt. Aromahopfen kommt spät oder erst nach der Gärung dazu und bringt Duft statt Bittere. Daran lässt sich der Unterschied zwischen einem klassischen Lager und einem amerikanischen India Pale Ale (IPA) ablesen.
Victory aus Downingtown setzt beide Welten nebeneinander. Das Prima Pils braut die Brauerei nach eigenen Angaben aus deutschem Malz und europäischem Hopfen. Das HopDevil ist ein IPA aus amerikanischen Hopfen, bei dem die Brauerei Kiefer und Zitrus beschreibt. Das ist die ganze Spannweite: ein Pils mit kräutriger Bittere und ein IPA, das nach Harz und Zitrusschale duftet.
Der Unterschied ist im Glas leicht zu schmecken. Ein Bier mit viel Bitterhopfen schmeckt herb und trocken, mit viel Aromahopfen duftet es nach Frucht, Harz oder Kräutern, ohne zwingend bitterer zu sein. Die Maßeinheit dafür heißt IBU, International Bitterness Units. Ein Pils liegt meist zwischen 22 und 40, ein American IPA zwischen 40 und 70.
Zu den klassischen amerikanischen Sorten zählt Cascade, 1972 eingeführt und bis heute einer der Grundsteine der Craft-Welle. Aus dem Westen stammen auch Centennial, Citra, Mosaic und Simcoe. Wer in Pennsylvania ein IPA bestellt, trinkt also meist einen Hopfen, der mehrere tausend Kilometer gereist ist.