
Cascade und Willamette
Hopfen
Der Hopfen wächst vor der Haustür. Das Willamette Valley ist Oregons Hauptanbaugebiet; nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums des Bundesstaates bewirtschaften die Betriebe im Mittel 5.000 bis 6.000 Acres, also etwa 2.000 bis 2.400 Hektar, und ernten 8 bis 11 Millionen Pfund, grob 3.600 bis 5.000 Tonnen. Das sind rund 5 Prozent der Welternte. Nur Washington mit dem Yakima Valley baut in den USA mehr an.
Die bekannteste Sorte kommt aus Oregon. Das US-Landwirtschaftsministerium züchtete Cascade an der Oregon State University, 1972 kam sie frei. Ihre Eltern sind der englische Fuggle und der russische Serebrianka. 1976 folgte die Sorte Willamette. Cascade brachte hohe Erträge, widersteht dem Falschen Mehltau und duftet nach Grapefruit und Blüten.
Widmer Brothers braute sein Hefeweizen 1986 mit Cascade-Hopfen, bei einem Weizenbier eine Ausnahme. Das macht es zitrusfrischer als ein bayerisches Weißbier und erklärt, warum man den Stil heute American Hefeweizen nennt.
Hopfen leistet zweierlei. Kocht man ihn lange in der Würze, also der Malzlösung vor der Gärung, lösen sich Alphasäuren und das Bier wird bitter. Gibt man ihn spät in die Würze oder kalt in den Gärtank, was Dry Hopping heißt, bleiben die ätherischen Öle und das Bier duftet. Gemessen wird die Bittere in IBU: Ein Pale Ale liegt nach der Stilnorm bei 30 bis 50, ein American IPA bei 40 bis 70.
Die Pflanzen ranken im Sommer an Drähten in die Höhe, geerntet wird im Spätsommer. Manche Brauer nehmen die Dolden dann ungetrocknet direkt vom Feld in den Kessel, solange sie noch nach Harz und Frucht riechen.