
Harz, Zitrus, Kiefer
Hopfen
Der Hopfen steht im West Coast IPA im Vordergrund, und er wächst nicht in San Diego. Die Brauereien beziehen ihn aus dem Nordwesten der USA, wo Sorten wie Cascade, Centennial, Simcoe, Citra, Mosaic und Amarillo gedeihen. Cascade kam 1972 auf den Markt und gilt als Stammvater vieler dieser Aromen. Das Sculpin von Ballast Point und das Stone IPA leben von dieser Sortenfamilie.
Zwei Aufgaben muss der Hopfen erfüllen. Beim Kochen der Würze gibt er Alphasäuren ab, die das Bier bitter machen. Spät zugegeben, im Whirlpool oder erst im Gärtank, liefert er dagegen ätherische Öle mit Aromen von Grapefruit, Orange, Kiefernharz und Tropenfrucht. Das späte Zugeben im Tank heißt Kalthopfung oder Dry Hopping.
Wie bitter ist ein West Coast IPA? Nach dem Stilraster des BJCP liegt ein American IPA bei 40 bis 70 IBU. IBU sind eine Messzahl für die Bitterstoffe, je mehr, desto herber. Ein Double IPA kommt auf 60 bis 100 IBU. Entscheidend ist, dass die Bittere hart und klar bleibt und nicht von Süße gepolstert wird.
Der Hopfen soll frisch sein, und die Brauereien machen das sichtbar. Stone druckte bei manchen IPA ein Datum aufs Etikett, bis zu dem das Bier getrunken werden sollte. Das Aroma verfliegt, ein altes IPA schmeckt pappig und stumpf.
Neuere Hopfensorten haben den Stil in den letzten Jahren verändert. Die Brauer greifen zu Sorten mit Frucht, und aus dem Harz früherer Jahre wird häufiger Mango oder Ananas. Wer klassisch brauen will, bleibt bei Cascade und Centennial.