
Lager, Ale, Bud
Bierstile
Zwei Stile stehen in St. Louis nebeneinander. Das amerikanische Lagerbier ist hell, schlank und stark mit Kohlensäure versetzt, es schmeckt leicht süßlich nach Malz und hat fast keinen Hopfenzug. Budweiser ist sein bekanntestes Beispiel. Nach BJCP liegt es bei 4,2 bis 5,3 Prozent Alkohol und 10 bis 12,4 Grad Plato Stammwürze, also dem Gehalt an gelösten Stoffen in der Würze vor der Gärung. Das ergibt ein Bier, das man in großen Zügen trinkt und das neben scharfem Essen nicht aufdringlich wird.
Wie unterscheidet sich das von einem Pils? Ein deutsches Pils hat 22 bis 40 IBU, ein amerikanisches Lager nur 8 bis 18, das Pils schmeckt also deutlich herber. Das Pale Ale dagegen ist obergärig, bernsteingolden und hopfig, die amerikanische Antwort auf das englische Pale Ale mit den Aromen der Westküstensorten.
Der Name Budweiser bedeutet schlicht „aus Budweis“, der tschechischen Stadt České Budějovice. Dort gründete man 1895 die Brauerei Budějovický Budvar, Anheuser-Busch verkauft sein Budweiser seit 1876. Beide Seiten streiten seit über hundert Jahren um den Namen und um die Märkte.
Das EU-Gericht entschied, dass AB InBev Anspruch auf eine EU-weite Marke Bud hat, weil Budvar die Benutzung in Österreich, Frankreich, Italien und Portugal vor 1996 nicht belegen konnte. In Teilen Europas verkauft AB InBev deshalb unter Bud, Budvar in den USA unter dem Namen Czechvar. Das tschechische Budějovické pivo ist als g.g.A. geschützt, das Budweiser aus St. Louis nicht.
Amerikanisches Lagerbieruntergärig
- Stammwürze
- 10–12,4 °P
- Alkohol
- 4,2–5,3 % vol
- Bittere
- 8–18 IBU
- Farbe
- 4–7 EBC
Hell, schlank, viel Kohlensäure, kaum Hopfen, leicht süßlicher Malzton.