
Aroma statt Bittere
Hopfen
Hopfen wächst in Vermont kaum. Die großen Anbaugebiete der USA liegen im Nordwesten, und dort stehen auch die Felder, aus denen die Brauer ihre Dolden beziehen. Nach dem Hopfenbericht von BarthHaas lag die US-Anbaufläche 2025 bei 17.057 Hektar, das sind 40 % der weltweiten Alphamenge. Aus diesem Vorrat bedient sich auch der kleine Staat im Nordosten, meist über Händler, die den Hopfen gekühlt und vakuumiert in Pellets liefern.
Der Reiz liegt in der Verwendung. Beim klassischen IPA kocht man den Hopfen lange, damit er Bittere abgibt. Das Hazy-Bier dreht das um. Gekocht wird wenig, dafür kommt der Hopfen spät in die heiße Würze oder erst in den Gärtank. Diese Kalthopfung heißt auf Englisch dry hopping und holt Duft heraus, ohne Bitterstoffe zu lösen. Die Stilnorm erlaubt 25 bis 60 IBU, bei einem klassischen amerikanischen IPA sind es 40 bis 70.
IBU ist die Maßzahl für Bitterstoffe. Hazy-Biere wirken trotz hoher Hopfenmengen weicher, weil weniger Bitterstoffe gelöst werden. Wenn man sie probiert, schmeckt man zuerst Saft, Frucht und etwas Harz. Die Bittere folgt erst im Nachgang und verschwindet schnell wieder.
Einzelne Sorten sind mit Vermont-Bieren verbunden. Sean Lawson verwendete für sein Double Sunshine, den Vorläufer von Sip of Sunshine, die damals neue Sorte Citra. Citra gilt als Fruchtbombe mit Noten von Zitrus und Mango. Heady Topper nennt die Brauerei nicht Dolde für Dolde, sodass man über die Sortenmischung nur spekulieren kann.