
Hafer, Weizen
Malz & Getreide
Vermont ist Milchland, kein Gerstenland. Auf den Hügeln grasen Kühe, die kurzen Sommer und steinigen Böden taugen wenig für Braugerste. Das Malz für die Biere kommt deshalb überwiegend aus Mälzereien außerhalb des Staates. Mit Vermont verbindet man bei diesen Bieren deshalb weniger das Getreide als den Hopfen und die Hefe.
Das Malz ist bei Vermont-Bieren auch eher Bühne als Hauptdarsteller. Die Grundlage bildet helles Gerstenmalz, das den Zucker für die Gärung liefert, ohne viel Eigengeschmack mitzubringen. Es soll Platz lassen für Hopfen und Hefe. Selbst beim Heady Topper aus Waterbury und beim Sip of Sunshine aus Waitsfield steht das Malz im Hintergrund, auch wenn beide Biere kräftig genug sind, um einen soliden Malzkörper zu brauchen.
Typisch für das trübe Hazy-Bier ist dagegen ein Anteil ungemalztes Getreide in der Schüttung, also in der Mischung, die gemaischt wird. Dazu gehören Haferflocken und Weizen. Sie bringen Eiweiß und Zellstoffe mit, die das Bier schwebend trüb halten und ihm den weichen, fast cremigen Körper geben. Auf der Zunge liegt das Bier dadurch rund, trotz der hohen Bittere des Hopfens.
Das Ergebnis sieht man im Glas. Ein Hazy IPA hat nach der Stilnorm einen Farbwert von 6 bis 14 EBC, ist also hellgelb bis goldorange, und eine Stammwürze von 14,7 bis 20,5 °P. Stammwürze meint den gelösten Zuckeranteil der Würze vor der Gärung, und sie bestimmt später den Alkohol. Heady Topper ist ein Double IPA und fällt damit in die obere Hälfte dieser Skala. Der zusätzliche Zucker kommt aus mehr Malz in der Schüttung, nicht aus Zuckerzusatz.