
Granit und Ahornsaft
Wasser & Boden
Woher kommt das Brauwasser in Vermont? Meist aus Quellen und Brunnen in den Bergen. Die Green Mountains bestehen aus altem, hartem Gestein wie Schiefer und Gneis, im Nordosten tritt Granit zutage, und dieses Gestein gibt dem Wasser kaum Mineralien mit. Das Wasser läuft deshalb weich aus der Leitung, ähnlich wie das Pilsner Wasser, nur kälter und rauer im Gefühl.
Für ein trübes IPA ist das ein Vorteil. Die Brauer bauen sich das Wasser nach Rezept zusammen, indem sie Salze zugeben. Viel Chlorid macht das Bier voll und rund im Mund, viel Sulfat lässt es trockener und bitterer wirken. Das ungefilterte Hazy-Bier setzt meist auf das Chlorid, damit der Hopfen nicht scharf schmeckt. Weiches Ausgangswasser erleichtert diese Arbeit, weil nichts Unerwünschtes mitgebracht wird.
Vermont hat außerdem eine Zutat, die kaum ein anderer Staat so selbstverständlich im Keller hat. Im Frühjahr ziehen die Bauern Saft aus Zuckerahornbäumen. Für einen Liter Sirup braucht man etwa 40 Liter Saft, den Rest dampft man in langen Pfannen ab. Lawson’s braut sein Maple Tripple, ein Starkbier mit 12 % vol, einmal im Jahr mit Ahornsaft statt Wasser. Der Saft liefert Zucker für den Alkohol und eine leise Karamellnote.
Das Klima prägt die Lagerung. Die Winter sind lang und kalt, die Sommer kurz und mild, und die Hopfenbiere werden fast durchgehend gekühlt gelagert. Wärme lässt die empfindlichen Aromastoffe in Wochen verblassen. Die Hochwasser von Irene im Jahr 2011 haben gezeigt, dass die Täler auch ihre Tücken haben: Die Flüsse laufen schnell und steigen schneller, als es die Ortschaften je erwartet hatten.