
Frischer geht nicht
Hefe & Gärung
Fresh Hop Ale heißt das Bier, das innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte gebraut wird. So legt es das Fresh Hop Ale Festival in Yakima für seinen Wettbewerb fest. Der Hopfen kommt dabei ungetrocknet in den Kessel, noch feucht und voller grüner Harze.
Gegoren wird obergärig. Obergärig heißt, dass die Hefe bei etwa 18 bis 20 Grad arbeitet und sich oben auf dem Bier sammelt, nicht am Boden wie bei der Lagerhefe. Sie bildet dabei fruchtige Aromastoffe, Ester genannt, die zu Citra und Mosaic passen.
Für das klassische West Coast IPA nimmt man gern eine neutrale Hefe, die vergärt, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Das Bier wird klar und trocken, und der Hopfen bleibt der Hauptdarsteller. Eine Spur Frucht aus der Hefe ist erlaubt, aber nicht gesucht.
Beim Hazy IPA ist es anders. Die Hefe bleibt teilweise im Bier und bildet mit Eiweiß und Hopfenölen die Trübung. Ein solches Bier schmeckt weich und saftig und riecht nach Orangensaft oder Mango, bitter ist es wenig.
Gegoren wird in Edelstahltanks, meist in kegelförmigen, damit sich die Hefe unten sammelt und leicht abgelassen werden kann. Nach rund ein bis zwei Wochen ist ein Ale meist fertig, und der Kalthopfen kommt während oder nach der Gärung dazu.
Ein Fresh Hop Ale lagert man nicht. Seine grünen, harzigen Aromen verblassen binnen Wochen, deshalb wird es jung getrunken. Bale Breaker braut mit Piled High seit 2012 jedes Jahr eine Fresh-Hop-Version seines IPA, und auch im Tal gilt: Ein solches Bier ist ein Erntebier und kein Lagerbier.