
Wüste mit Kanal
Wasser & Boden
Warum wächst Hopfen ausgerechnet in einer Halbwüste? Weil das Tal zwar kaum Regen bekommt, aber Wasser aus den Bergen. Die Niederschläge liegen nach regionalen Angaben bei nur etwa 200 bis 250 Millimetern im Jahr, weit weniger als in Bayern oder England.
Gerettet hat die Landwirtschaft die Bewässerung. Die Farmen beziehen ihr Wasser aus dem Yakima River und dem Kanalnetz, das die US-Bundesbehörde Bureau of Reclamation betreibt. Der Hopfen bekommt also genau so viel Wasser, wie die Pflanzer abmessen, und nicht mehr.
Das ist ein Vorteil. Hopfen wird in feuchten Gegenden schneller von Pilzen befallen, im trockenen Tal bleiben die Dolden gesünder. Dazu kommen heiße, sonnige Tage und kühle Nächte; auf dieser Breite von etwa 46 Grad Nord sind die Sommertage lang.
Der Boden gilt als mineralreich. Nach Beschreibungen regionaler Hopfenhändler gehört auch Vulkanasche zu den Bestandteilen. Solche lockeren, tiefen Böden lassen Hopfenwurzeln weit nach unten wachsen.
Für das Bier selbst muss das Wasser aus der Leitung oder dem Brunnen nicht besonders sein. Viele amerikanische Brauer stellen es nach eigenem Rezept ein: Calciumsulfat (Gips) macht die Bittere eines IPA trockener und schärfer, Calciumchlorid betont die Rundheit des Malzes.
Gelagert wird der Hopfen weniger in Kellern als in Kühlhäusern. Verarbeitet zu Pellets, das sind gepresste, getrocknete Hopfenkörner, liegt er luftdicht verpackt und kalt, damit seine Öle nicht verfliegen. Einen eigenen Bierkeller braucht im Yakima Valley eher der Hopfen als das Bier.