
Zart gehopft
Hopfen
Hopfen mag kühle Sommer und lange Tage, und in den Tropen findet er nicht, was er braucht. In Vietnam gibt es deshalb praktisch keinen Hopfenanbau, und die Brauereien beziehen ihre Dolden aus anderen Ländern. Verarbeitet wird er meist als Pellets, gepresste Hopfenkörner, oder als Extrakt, ein konzentrierter Auszug.
Der Hopfen bringt zweierlei in die Würze. Die Bitterstoffe, die Alphasäuren, entstehen erst beim Kochen und halten das Bier im Gleichgewicht, sonst würde die Malzsüße kleben. Die Aromaöle verfliegen dagegen beim langen Kochen, deshalb wird Hopfen für das Aroma spät zugegeben.
Gemessen wird die Bittere in IBU, den International Bittering Units. Starke Pilsner liegen im europäischen Maß bei etwa 30 bis 45, ein mildes amerikanisches Lagerbier bei 8 bis 18. Bia hơi bewegt sich nach Gefühl und Geschmack eher auf der milden Seite, genaue Werte für Bia hơi gibt es nicht, weil es keine Norm dafür gibt.
Die Bittere ist hier Nebensache, und das hat einen Grund. Wer bei Hitze mehrere Gläser trinkt, möchte kein Bier, das am Gaumen klebt oder zu sehr nachhängt. Die zarte Hopfung hält den Geschmack kurz und sauber, ähnlich wie bei einem Leichtbier.
Auch bei Habeco heißt es also: Der Hopfen ist importiert, die Dosierung mild, die Sortenwahl Sache der Brauerei. Wer ein Bia hơi mit einem deutschen Pils vergleicht, schmeckt den Unterschied am schnellsten an der Bittere.