
Slava und Tafel
Essen & Brauchtum
Was ist die Slava, und warum steht dabei Rakija auf dem Tisch? Jede serbische Familie feiert einmal im Jahr den Tag ihres Schutzheiligen. Zu dem Fest, das sich nach der Überlieferung vom Vater auf den Sohn vererbt, kommen Verwandte, Nachbarn und Freunde, und die UNESCO führt die Slava seit 2014 ebenfalls auf ihrer Liste.
Im Haus brennt eine eigens gestaltete Kerze, über den Slavski kolač, ein rundes Festbrot, wird Wein gegossen, und beim Essen folgt ein Trinkspruch auf Gesundheit und Wohlergehen der Familie. Die Gastgeber reichen Saft, Wein oder kleine Gläser Šljivovica.
Rakija gilt auch als Gastgeschenk. Zur Slava bringt man traditionell Wein, Kaffee und Schokolade mit, beliebt sind aber auch ein Satz Rakija-Gläser oder eine Flasche mit dem Bild des Familienheiligen oder dem Gruß „Srećna slava“, auf Deutsch: eine schöne Slava.
Zum Brand passt das Herzhafte. Klassisch ist der Auftakt mit Ajvar, einem Mus aus gerösteter Paprika, mit Kajmak, einem cremigen Milchprodukt, mit Käse und geräuchertem Schinken. Das Salzige und Fette fängt die Schärfe des Brandes ab, und die Pflaume setzt am Ende einen Gegenpol aus Frucht.
Im Winter wird Rakija auch warm getrunken. Die UNESCO beschreibt, dass dem Brand Kräuter oder Früchte zugesetzt werden, als Hausmittel gegen Erkältung und Schmerzen. Das ist Brauch und kein Heilversprechen; für Gesundheitsfragen sind Ärzte zuständig. Alkohol bleibt dabei Beiwerk: Im Mittelpunkt stehen Essen, Gespräch und der Trinkspruch, und wer nichts trinken möchte, hat Saft oder Wasser. Auch die Früchte, aus denen der Brand stammt, kommen auf den Tisch, frisch oder als Kompott und Mus.