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Region & Geschichte in der Region Tarija

Hochtäler im Süden

Region & Geschichte

Was ist Singani, und woher kommt er? Die Antwort liegt im Süden Boliviens, in den Hochtälern um Tarija nahe der argentinischen Grenze. Die ersten Rebstöcke kamen im 16. Jahrhundert mit spanischen Missionaren ins Land, die Wein für die Messe brauchten. Wo Wein wächst, wird früher oder später auch gebrannt, und klösterliche Orden, darunter Augustiner, gelten als die ersten Brenner des Singani.

Im 17. Jahrhundert wuchs das Cinti-Tal zu einem wichtigen Weinlieferanten für die Silberstadt Potosí heran. Das Tal gehört heute zum Departamento Chuquisaca, rund um den Ort Camargo. Später übernahm Tarija die Führung: Im 20. Jahrhundert wurde die Gegend zum wichtigsten Traubenlieferanten für den Singani, und der Großteil der bolivianischen Reb- und Brandwirtschaft sitzt heute dort.

Der Name wird auf das Aymara-Wort siwingani zurückgeführt, den Ort, an dem Riedgräser wachsen. Seit einem Gesetz von 1992 ist Singani eine Denominación de Origen, also eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Sie legt fest, dass der Brand aus Muscat of Alexandria entsteht und die Reben auf mindestens 1 600 Metern Höhe stehen. Das Anbaugebiet verteilt sich auf vier Departamentos: La Paz, Chuquisaca, Tarija und Potosí.

Zu den bekannten Häusern gehören Casa Real, Los Parrales, Rujero und Kuhlmann. Daneben arbeiten kleinere, handwerklich orientierte Brennereien in Tarija und im Cinti-Tal. Casa Real, ein Familienbetrieb in Tarija, füllt auch den Singani 63 ab, den der Regisseur Steven Soderbergh seit 2014 in die Welt trägt.

Wer Singani mit Pisco gleichsetzt, irrt. Pisco gehört zu Peru und Chile, die beide eine eigene Ursprungsbezeichnung haben und um den Namen streiten. Singani ist ein anderer Brand mit anderem Namen, anderem Gebiet und einer einzigen Rebsorte. In der EU steht der Name Singani nicht im Register der geschützten Herkunftsangaben.

Dazu im Lexikon

Brand aus Wein im Vergleich: Cognac und Armagnac
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