
Ein eigener Brand
Brandstil
Singani ist ein klarer, aromatischer Traubenbrand aus Wein der Sorte Muscat of Alexandria, gewachsen in den Hochlagen Boliviens. Er ist kein Pisco und kein Cognac, auch wenn er von beiden etwas hat: vom Cognac das zweifache Brennen in Kupfer, vom Pisco den klaren, holzfreien Auftritt.
Im Glas überrascht vor allem der Duft. Wo Grappa nach Trester riecht und Cognac nach Holz und getrockneter Frucht, steht beim Singani die Muskattraube im Vordergrund, mit Blüten und frischen Trauben. Dadurch wirkt er weicher und blumiger als viele andere klare Brände.
Der Unterschied zum Nachbarn: Der peruanische Pisco, der eine eigene Ursprungsbezeichnung besitzt, darf aus mehreren Traubensorten stammen und wird nur einmal gebrannt. Singani bleibt bei einer einzigen Sorte. Der chilenische Pisco erlaubt dagegen Holzreifung und Wasserzusatz, was in Bolivien nicht zur Tradition gehört.
Der bekannteste Name außerhalb Boliviens ist der Singani 63. Regisseur Steven Soderbergh lernte den Brand beim Dreh des Films Che in Bolivien kennen. Er tat sich mit Casa Real in Tarija zusammen und ist seit 2014 Exporteur der schwarzen Linie des Hauses. Den Namen verdankt der Brand seinem Geburtsjahr 1963.
Im Land selbst trinkt man Singani meist als Chuflay, also gemischt mit Ginger Ale. Dazu mehr in der letzten Station. Für die Einordnung hilft ein einfacher Gedanke: Cognac lebt vom Holz, Grappa vom Trester, Pisco vom einfachen, direkten Brand und Singani von der Muskattraube aus großer Höhe. Wer die vier nebeneinanderstellt, erkennt, dass jeder eine eigene Antwort darauf gibt, was ein Brand aus Trauben sein soll.
SinganiWein- und Traubenbrand · Muscat of Alexandria
- Alkohol
- 40 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Glasklar, Muskatblüte und frische Traube, weich und holzfrei im Abgang.