
Brand der Täler
Region & Geschichte
Chilenischer Pisco kommt aus den Regionen Atacama und Coquimbo, einem Landstrich am Rand der Wüste im Norden des Landes. Fünf Flusstäler durchziehen hier die Trockenlandschaft vom Gebirge bis zum Meer, und in ihnen wachsen die Trauben für den Brand. Regen fällt kaum, das Wasser der Reben stammt aus den Flüssen, die in den Anden entspringen. Elqui und Limarí in der Region Coquimbo sind die bekanntesten Täler.
Schon in der Kolonialzeit entstand im Elqui-Tal Traubenbrand, so halten es Darstellungen zur Geschichte des Tals fest. Einen Erfinder oder ein Gründungsjahr kennt die Überlieferung nicht.
Rechtlich festgeschrieben wurde der Name 1931. Ein Erlass vom 15. Mai, das Decreto con Fuerza de Ley Nr. 181, ließ die Bezeichnung Pisco nur noch für Brand aus den damaligen Provinzen Atacama und Coquimbo zu. Der 15. Mai gilt deshalb in Chile als Día Nacional del Pisco.
Heute gilt das Dekret Nr. 521, am 30. Dezember 1999 unterzeichnet und im Mai 2000 im Diario Oficial veröffentlicht. Es nennt die Zone ausdrücklich: ganz Atacama und ganz Coquimbo. Es verlangt, dass Winzer, Brenner und Abfüller beim Landwirtschaftsdienst SAG eingetragen sind und dass alle Schritte in der Pisco-Zone liegen, von der Traube bis zur Flasche.
Eines der bekannten Häuser ist die Genossenschaft Capel in Vicuña, nach eigener Darstellung im Februar 1938 von 25 Mitgliedern gegründet. Die Weltwirtschaftskrise hatte Chiles Ausfuhren zuvor nach ihren Angaben um bis zu 83 Prozent einbrechen lassen, und die Winzer schlossen sich zusammen, um Kosten zu senken.
Auch Peru schützt den Namen Pisco, mit eigener Ursprungsbezeichnung, anderen Regeln und anderen Regionen. Beide Länder erheben Anspruch auf den Namen, und in vielen Märkten sind beide Herkünfte zugelassen. Auf dem Etikett steht deshalb das Herkunftsland.