
Muskat im Tal
Frucht & Rohstoff
Aus welchen Trauben chilenischer Pisco gemacht wird, steht im Dekret Nr. 521 schwarz auf weiß: Es nennt dreizehn Sorten, die sogenannten uvas pisqueras, und nur Reben in der Pisco-Zone zählen. Fünf davon gelten als Hauptsorten, die übrigen acht als Nebensorten.
Die Hauptsorten sind Moscatel de Alejandría, auch uva Italia genannt, Moscatel Rosada oder Pastilla, Torontel, Moscatel de Austria und Pedro Jiménez. Moscatel de Alejandría heißt international Muscat of Alexandria und wächst in vielen Ländern der Welt. Drei der fünf tragen Moscatel im Namen, die Familie der Muskattrauben, die für ihr Blütenaroma bekannt ist.
Damit die Trauben für Pisco taugen, schreibt das Dekret ein Minimum an Zucker vor: Aus Trauben mit weniger als 10,5 Grad potenziellem Alkohol darf kein Pisco entstehen. Gemeint ist der Alkohol, der sich aus dem Zucker der Beeren später gewinnen ließe.
Die Reben wachsen in einer sehr trockenen Gegend mit viel Sonne und wenig Regen. Auf der Karte sieht man einen schmalen grünen Streifen entlang der Flüsse, links und rechts davon liegt braunes Gebirge. Bewässert wird mit Wasser aus den Flüssen, und gelesen wird im Südsommer und Frühherbst, also in den ersten Monaten des Jahres.
Warum gerade diese Rebe? Das Dekret begründet die Herkunftsbezeichnung mit den besonderen Eigenschaften, die sich vor allem aus natürlichen und menschlichen Faktoren des Ursprungsgebiets ergeben. Im Norden Chiles heißt das Sonne, Trockenheit, Flusswasser und eine Weinkultur, die seit der Kolonialzeit besteht.
Zu den acht Nebensorten zählen Moscatel de Frontignan, Moscatel de Hamburgo, Moscato de Canelli, Moscatel Negra und weitere Muskatreben. Jede Pflanzung, jedes Nachsetzen und jedes Aufpfropfen von Pisco-Reben muss beim Landwirtschaftsdienst gemeldet werden, mit Angabe der Sorte.