
Williams, Obstler, Apfel
Brandstil
Was ist ein Obstler? Ein Obstbrand, bei dem mindestens 85 Prozent der Maische aus Äpfeln, Birnen oder beidem stammen. Er riecht nach beiden Früchten, schmeckt frisch und rund und ist weniger auf eine einzelne Frucht festgelegt, weshalb sich jede Ernte verwerten lässt.
Der Williams ist dagegen ein reiner Sortenbrand. Nur ein Brand aus Williams-Christ-Birnen darf so heißen, alles andere ist ein Birnenbrand. Er duftet nach einer vollreifen Birne mit leichter Muskatnote und schmeckt weich, saftig und lang. Wegen des hohen Methanol-Grenzwerts von 1.350 Gramm je Hektoliter reinem Alkohol ist er rechtlich eine Ausnahme unter den Birnen.
Der Apfelbrand ist ein Obstbrand aus vergorener Apfelmaische. Das ist etwas anderes als Calvados, der aus vergorenem Apfelwein gebrannt wird und eine eigene Kategorie hat. Ein Apfelbrand vom See ist meist klar, trocken und frisch, mit einer feinen Säure.
Zwischen den dreien liegt der Unterschied im Rohstoff und in der Größe des Spielraums. Der Williams verträgt keine Beimischung, der Obstler lebt von ihr, und der Apfelbrand hält die Mitte, weil er Sorten mischen darf, aber bei einer Frucht bleibt. Wer sie vergleicht, schmeckt, wie viel die Maische vorgibt.
„Schnaps“ ist übrigens kein Rechtsbegriff. Gemeint sind im Alltag Obstbrände, Obstgeiste und Weinbrände. Ein Obstgeist entsteht aus unvergorenen Früchten, die in Alkohol eingelegt und dann destilliert werden. Er hat ein anderes Verfahren und eine eigene Kategorie, aber keinen schlechteren Rang.
Am Bodensee tragen die Brände meist die Fruchtnamen, weil es keinen Schutz für „Bodensee Obstler“ oder „Bodensee Birnenbrand“ gibt. Maßgeblich sind deshalb die Angaben auf dem Etikett: welche Frucht, welche Sorte, welcher Hersteller.
Williams-BirnenbrandObstbrand · Williams-Christ-Birnen
- Alkohol
- 40–43 % vol
- Reife
- 0–2 Jahre
Glasklar, vollreife Birne mit Muskatnote, weich und saftig, lang im Abgang.